Schlaitdorf

Land:Deutschland
Bundesland:Baden-Württemberg
Kreis:Landkreis Esslingen
Gemeinde:Gemeindeverwaltungsverband Neckartenzlingen
Postleitzahl:72667
Vorwahl:07127
Einwohner:1.931
Webseite:http://www.schlaitdorf.de/
Wikipedia:https://de.wikipedia.org/wiki/de:Schlaitdorf

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Schlaitdorf ist eine kleine Gemeinde am Rande des Landkreises Esslingen in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart. Die Gemeinde ist Teil des Gemeindeverwaltungsverbandes Neckartenzlingen. Das Gemeindegebiet rechnet zum Naturraum Schönbuch und Glemswald und darin zum größeren Teil zum Unterraum Walddorfer Platten. Das namengebende Dorf steht auf einem Höhenrücken zwischen den Tälern der Schaich im Nördlichen Schönbuch im Nordwesten, desjenigen von deren Vorfluter Aich im Norden und dem des oberen Neckars, der das gesamte Gebiet entwässert, das im Westen und Nordwesten bis ans rechter Ufer der Schaich hinunterreicht und oben an den Hängen der beiden anderen Flusstäler endet. Schlaitdorf liegt in Luftlinie etwa 9 km westsüdwestlich von Nürtingen und etwa 16 km südsüdwestlich der Kreisstadt Esslingen am Neckar. Zur Gemeinde gehören außer dem Dorf Schlaitdorf keine weiteren Orte. Angrenzende Gemeinden sind Aichtal im Norden, Neckartailfingen im Osten, Neckartenzlingen und Altenriet im Süden (alle Landkreis Esslingen) sowie Walddorfhäslach (Landkreis Reutlingen) im Westen. Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014. Der Namen Sleitdorf wird einerseits als rutschig (Lehmboden) gedeutet, das Altdeutsche Namenbuch von Ernst Förstemann allerdings sieht sleit als Bergabhang. Auf der Gemarkung befindet sich ein keltisches Hügelgrab (Grabhügel im Lehbühl) der Hallstattkultur aus der Zeit von 600 bis 400 v. Chr. Diesem geplünderten Grab wird eine ähnliche Bedeutung wie dem Hügelgrab von Hochdorf an der Enz zugeschrieben. Aufgrund des Namens lässt sich durch die Ortsnamenforschung die Entstehungszeit Schlaitdorfs auf 500 bis 700 n. Chr. datieren. Im Jahre 1088 wurde Schlaitdorf zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Diese erste namentliche Erwähnung findet sich im Schenkungsbuch des Klosters Reichenbach und in ihr ist nicht von Schlaitdorf an sich die Rede, sondern von seinem Herren, dem Albericus de Sleithdorf, der als Zeuge bei einer Schenkung fungierte. 1342 wurde Schlaitdorf von den Pfalzgrafen von Tübingen zusammen mit der Stadt Tübingen und anderen Orten an Graf Ulrich III. von Württemberg verkauft. Mit Burchart dem „Frien“ von Schlaitdorf wird 1344 zum letzten Mal von dem Schlaitdorfer Ortsadel berichtet. Bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts weiß man nicht viel über Schlaitdorf. Offensichtlich scheint aber der Ort im Besitz der Adelsfamilie Kaib von Hohenstein zu sein; diese hatten bereits seit 1334 Einkünfte aus Schlaitdorf. 1436 veräußerte Kaib die Ortsherrschaft an den Edelknecht Georg Dürner von Dürnau (Stammsitz im Kreis Göppingen). Dieser trug das Dorf dem Grafen von Württemberg als Lehen auf, ließ sich aber 1451 seine Lehengüter zu Schlaitdorf wieder eignen. Dafür trat er Graf Ulrich von Württemberg seine herrschaftlichen Rechte ab. Georg Dürner veräußerte seinen Grundbesitz durch Tausch und Kauf an Nürtinger Bürger und die Herrschaft Württemberg. 1482 wurde die damals in Schlaitdorf befindliche Burg vom letzten bekannten Burgherren Ludwig Haffenberg zu Neuenriet dem damaligen Pfarrer übergeben. Seitdem wurde sie als Pfarrhaus genutzt und mehrmals umgebaut. Heute sind von der ursprünglichen Burg nur noch Reste im Erdgeschoss des Pfarrhauses übrig. Um das Jahr 1500 wurde der heutige Teil der Ortskirche Sankt Wendelin im Stil der Spätgotik errichtet. Teile des Schiffs könnten auf das 12. Jahrhundert zurückgehen. Im Jahr 1534 wurde Schlaitdorf im Zuge der Reformation evangelisch. Zur Pfarrei Schlaitdorf gehörte seit 1684 auch Altenriet, das sich mit Neckartenzlingen zerstritten hatte und bis 1842 auch Häslach. Schlaitdorf war dem altwürttembergischen Amt Tübingen zugeordnet und blieb auch nach der Gründung des Königreichs Württemberg beim Oberamt Tübingen. In der Zeit von 1842 bis 1863 wurde in (längst geschlossenen) Steinbrüchen Stubensandstein gewonnen. Er wurde unter anderem zum Bau des Kölner Doms und des Ulmer Münsters verwandt. Dieser ist wegen seiner hohen Kalzit-Anteile besonders säureempfindlich und verwittert daher schnell. Die aus Schlaitdorf stammenden Steine mussten daher später wieder ausgetauscht werden. Zwei ehemalige Steinbrüche sind heute Naturdenkmale. Im Jahr 1935 wurde das bis heute gültige Wappen verliehen. Es zeigt im oberen Teil (Schildhaupt) eine Hirschstange auf goldenem Hintergrund und darunter ein rotes Herz auf weißem Hintergrund. Ursprünglich zeigte das alte Wappen anstatt eines Herzens ein Pflugeisen, doch wurde das Pflugeisen wohl fälschlicherweise als Herz interpretiert und deswegen das Wappen verändert. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Schlaitdorf 1938 zum Landkreis Nürtingen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Schlaitdorf von mehreren Brandbomben getroffen, durch die einige Gebäude zerstört wurden. Im Ersten Weltkrieg sind 21 Schlaitdorfer gefallen, im Zweiten Weltkrieg 26 gefallen und 15 vermisst. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Ort in der Amerikanischen Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. Seit der Kreisreform von 1973 ist Schlaitdorf Teil des Landkreises Esslingen. Anfang Oktober 2013 wurde bekanntgegeben, dass der Ort innerhalb der nächsten drei Jahre an das Breitbandnetz der Deutschen Telekom angeschlossen wird. Bürgermeister und Gemeinderat hatten sich hierfür seit 2009 starkgemacht. Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze). Der Gemeinderat in Schlaitdorf hat 10 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. 2003 bis 2019 Dietmar Edelmann Am 7. Juli 2019 wurde Sascha Richter zum neuen Bürgermeister gewählt. Blasonierung: Unter goldenem Schildhaupt, darin eine schwarze Hirschstange, in Silber ein rotes Herz. Die Sportvereinigung Germania Schlaitdorf ist der größte Verein im Ort und wurde 1932 gegründet. Die aktive Fußballmannschaft des Vereins spielt derzeit in der Kreisliga A. Weitere Sportvereine sind der Tennis-Club Schlaitdorf sowie der Schützenverein Schlaitdorf. St. Wendelin-Kirche, erbaut um 1500 Rathaus, erbaut um 1780 jährlich: Schlaitdorfer Sommernacht der Freiwilligen Feuerwehr Schlaitdorf am ersten Samstag im August Bockbierfest an Fronleichnam Sonnwendfeier des Albvereins OG Schlaitdorf Weihnachtsmarkt (am ersten Adventwochenende) Hocketse Liederkranz Schlaitdorf 1876 e. V. Mitte September alle 2 Jahre Dorffest Schlaitdorf. In: Christoph Friedrich von Stälin (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Tübingen (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 49). H. Lindemann, Stuttgart 1867, S. 466–470 (Volltext [Wikisource]). Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Würzburg 1953, S. 1063–1079. Gemeinde Schlaitdorf (Hrsg.): Schlaitdorf. Aus der Geschichte eines schwäbischen Dorfes. Schlaitdorf, 1988. Der Landkreis Esslingen – Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 2, Seiten 410–421 Schlaitdorf bei leo-bw, dem landeskundlichen Informationssystem Baden-Württemberg Offizielle Homepage der Gemeinde Stadtpläne und Landkarten vom Stadtplandienst helfen Ihnen dabei, sich in Schlaitdorf zu orientieren. Sie können die Karten im Internet aufrufen und sich interessante Orte von Schlaitdorf anzeigen lassen, wie z. B. Sehenswürdigkeiten oder auch Tankstellen, Geldautomaten, Imbisse usw. Ausgedruckt können Sie den Stadtplan von Schlaitdorf auch offline nutzen.

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Stadtplan Schlaitdorf
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