Neuburg am Rhein

Land:Deutschland
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Kreis:Landkreis Germersheim
Gemeinde:Hagenbach
Postleitzahl:76776
Vorwahl:07273
Einwohner:2.549
Webseite:http://www.neuburg-am-rhein.de/
Wikipedia:https://de.wikipedia.org/wiki/de:Neuburg am Rhein

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Neuburg am Rhein ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hagenbach an und ist Grenzort zu Frankreich. Die Gemeinde liegt an der deutsch-französischen Grenze. Am gegenüberliegenden Rheinufer liegen die Große Kreisstadt Rheinstetten (Neuburgweier), Au am Rhein (Landkreis Rastatt) und Karlsruhe (Daxlanden). Neuburg ist die südlichste Gemeinde von Rheinland-Pfalz. Die Entfernung zur nördlichsten Gemeinde Friesenhagen beträgt circa 280 Kilometer. Zur Gemeinde gehören zusätzlich die Wohnplätze Bahnwärterhaus Dörruck und Ziegelei Frohnau. Die Gemeinde liegt in der südöstlichsten Ecke von Rheinland-Pfalz zwischen Rhein und Lauter. Vor Ort existiert der Neuburger Altrhein. Der Polder Daxlander Au erstreckt sich teilweise über das Gemeindegebiet. Ganz im Süden bildet die Alte Lauter die Grenze zu Frankreich. Urkundlich klar belegt ist 1086 die Schenkung einer „Grafschaft Vorechheim“ im Ufgau (heute: Forchheim-Rheinstetten), durch Kaiser Heinrich IV. an den Bischof von Speyer. Dazu gehörte auch das rechtsrheinische, spätere Gebiet von Neuburg. 1102 überließ das Bistum die Länderei als Lehen an die Herren von Eberstein. Diese befestigten um 1250 den strategisch bedeutsamen Platz und nannten ihn „Zer Niuwenburc“. 1259 verpfändete Otto von Eberstein das Dorf „Niwenbure“ (Neuburg) als Heiratsgut seiner Schwester, Adelheid von Eberstein, an deren Mann, Heinrich II. von Lichtenberg. Lehnsherr blieb weiterhin der Bischof von Speyer. Es wurde von den Herren von Eberstein nicht mehr ausgelöst. Bei der ersten Landesteilung der Herrschaft Lichtenberg, die um 1330 stattfand, wurde Neuburg dem Landesteil der „älteren Linie“, den Nachkommen Heinrich II. von Lichtenberg, zugeordnet. 1337 erhielt Neuburg Stadtrecht, und zwar das von Hagenau. Neuburg diente bei der Heirat der Agnes von Lichtenberg, Tochter von Ludwig II. von Lichtenberg, als Pfand zur Sicherung ihrer Mitgift. Diese wurde 1359 durch eine Geldzahlung abgelöst. 1377 wurde es von der älteren Linie der Lichtenberger an Heinrich IV. von Lichtenberg von der jüngeren Linie übergeben, wobei dieser sich gleichzeitig verpflichtete, Schulden des älteren Linie zu begleichen. Heinrich IV. verpfänden Neuburg 1369 an die Stadt Straßburg und verkaufen es endgültig 1383 an Kurfürst Rupprecht I. von der Pfalz (1309–1390). Während des Holländischen Krieg griff das französische 15e régiment d’infanterie am 10. März 1675 den Ort an und eroberte ihn. Noch um 1700 lag Neuburg auf der rechten Rheinseite. Die dort bestehende Festungsanlage fiel schon Ende des 16. Jahrhunderts Verlagerungen des Flussbetts des Rheins zum Opfer. Durch die Verlegung des Ortes auf die linke Stromseite gingen nicht nur große Teile der Gemarkung, sondern auch die Stadtrechte verloren. Aus der Stadt mit einem Blutgericht und einer bedeutenden Lotsen- und Zollstation war ein Schiffer- und Fischerdorf geworden. Der Kampf gegen die Hochwasserfluten des Rheins war aber auch nach der Rheinbegradigung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch nicht beendet. Erst nach dem Hochwasser der Neujahrsnacht 1882/83, das die gesamte Gemarkung überflutete, wurden die Deichbauten verbessert. Von 1802 bis 1815, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Neuburg in den Kanton Lauterbourg eingegliedert. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Ab 1815 war der Ort Bestandteil des Kanton Kandel. Von 1818 bis 1862 gehörte Neuburg dem Landkommissariat Germersheim an; aus diesem ging anschließend das Bezirksamt Germersheim hervor. Seit 1939 ist der Ort Bestandteil des Landkreises Germersheim. Im Zweiten Weltkrieg erlitt Neuburg schwere Schäden, vor allem weil der Grenzort in der Roten Zone des Westwalls lag. Wenn nicht gesondert aufgeführt, ist die Quelle der Daten das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz. Im Jahr 1871 waren von insgesamt 1538 Einwohnern 1340 evangelisch (87 %) und 198 katholisch (13 %). Zum 31. Dezember 2016 waren 56,4 % der Einwohner evangelisch und 19,1 % römisch-katholisch. Die übrige 24,5 % gehörte einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder war konfessionslos. Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken. Derzeit (Stand September 2022) sind von den Einwohnern 47,0 % evangelisch, 17,8 % katholisch und 35,2 % sind konfessionslos oder gehören einer anderen Glaubensgemeinschaft an. Während im Umland die katholische Konfession überwiegt, ist dies in Neuburg genau umgekehrt. 1686 gelang es unter französischer Besetzung, die reformierten Pfarreien aufzuheben und sie der römisch-katholischen Kirche zu übertragen. Doch die Mehrzahl der Neuburger Protestanten machte den Konfessionswechsel nicht mit und erhielt 1701 die Religionsfreiheit zugesichert. Der Gemeinderat in Neuburg besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und einem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Die Sitzverteilung im Gemeinderat: 1949–1979: Albert Vollmer 1979–1984: Rudolf Gerber (Wählergruppe) 1984–1994: Erwin Muth (SPD) 1994–2004: Heinz Degitz (SPD) 2004–2014: Thorsten Pfirmann (SPD) seit 2014: Hermann Knauß (Freie Wähler) Knauß wurde bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 mit einem Stimmenanteil von 74,59 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Mit Hennickendorf wird eine Partnerschaft gepflegt. Das Ensemble Kehlstraße und Hauptstraße ist als Denkmalzone ausgewiesen. Eine Besonderheit ist, dass sich die protestantische und römisch-katholische Kirche direkt gegenüberstehen. In der römisch-katholischen Kirche St. Remigius befindet sich die älteste erhaltene Orgel des Orgelbauers Michael Stiehr aus dem Jahre 1786. Über das Gemeindegebiet erstrecken sich die Naturschutzgebiete Kleines Altwasser, Neuburger Altrhein, südlicher Teil, Neuburger Altrhein, westlicher Teil und Stixwörth. Neuburg stellt außerdem innerhalb von Rheinland-Pfalz einen von drei Fundorten der Kiemenflusskrebsart Lepidurus apus dar. Mit der Linde am Bahnwärterhaus existiert vor Ort außerdem ein Naturdenkmal. In Neuburg wird eine sehr eigentümliche Variante des pfälzischen Dialekts gesprochen, welche sich deutlich von den pfälzischen Nachbargemeinden und dem angrenzenden Elsass unterscheidet. Man vermutet, dass dieses Idiom auf die durch Hochwasser und Flusslaufveränderungen immer wieder neu entstandene Insellage im Rhein zurückzuführen ist. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit fungierte Neuburg als Zollstätte für Schiffe auf dem Rhein. Zwischen Neuburg und dem badischen Neuburgweier (Stadt Rheinstetten) besteht eine Autofähre. Neuburg hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Wörth–Strasbourg. Die erste Etappe der Rheinland-Pfalz-Radroute führt durch die Gemeinde, ebenso der Skulpturenweg Hagenbach – Lauterburg. Die Gemeinde gehört zum Zuständigkeitsbereich des Amtsgericht Kandel. 1980, 7. Juni: Albert Vollmer (* 4. Oktober 1906, † 8. August 1988), Ortsbürgermeister von 1949 bis 1979, wurde für seine große Verdienste um den Wiederaufbau des kriegszerstörten Dorfes und dessen Weiterentwicklung zur modernen Wohngemeinde zum Ehrenbürger ernannt. Sein Engagement für Neuburg und die Verbandsgemeinde Hagenbach wurden auch mit der Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Plakette des Landes (1965), dem Ehrenbrief des Gemeindetages Rheinland-Pfalz und des Bundesverdienstkreuzes am Bande gewürdigt. 1996, 6. März: Erwin Muth (* 16. November 1931, † 16. August 2016), Ortsbürgermeister von 1984 bis 1994, nachdem er zuvor 32 Jahre Mitglied des Gemeinderats war. Als Dank für seine langjährige Arbeit im Rat und für seinen Einsatz zum Wohle der Gemeinde wurde er am 8. März 1996 zum Ehrenbürger ernannt, nachdem ihm bereits die Freiherr-vom-Stein-Plakette (1990) und das Bundesverdienstkreuz am Bande (1993) verliehen wurden. Gerd Balzer (* 1942), Heimatforscher, Verfasser der Ortschronik und Beigeordneter. Beschluss des Ortsgemeinderates vom Januar 2020. Balzer ist außerdem Träger der Landesehrennadel. Heinrich von Bünau (1778–1834), preußischer Generalmajor und Kommandant der Festung Jülich, nahm während des ersten Koalitionskriegs an Kämpfen vor Ort teil Ferdinand von Malaisé (1806–1892); bayerischer General und Erzieher von König Ludwig III., wuchs in Neuburg auf. Karl Epple (1893–1961), Fuhr- und Tiefbauunternehmer und Gründer der gleichnamigen Kies- und Tiefbaufirma, erschloss 1938 vor Ort eine Kiesgrube Helmut Adamzyk (1926–1996), Politiker (CDU, SPD), war zeitweise Volksschullehrer in Neuburg Dörthe Muth (1932–2019), Lehrerin, Konrektorin, SPD-Kommunalpolitikerin und von 1998 bis 2002 Richterin am Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz, lebte ab 1957 in Neuburg und starb dort Elisa Agbaglah (* 1990), Schauspielerin, wuchs vor Ort auf Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts. In: Schriften der Erwin-von-Steinbach-Stiftung. 2. Auflage. Band 10. Pfaehler, Bad Neustadt an der Saale 1985, ISBN 3-922923-31-3 (268 Seiten, Im Text unverändert, um eine Einführung erweiterter Nachdruck der Ausgabe Strassburg, Rhenus-Verlag, 1938). J. Heyberger, Christian Schmitt, August Wilhelm von Wachter: Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Bd. 4.2 = Bayerische Rheinpfalz. München 1867. Johann Georg Lehmann: Urkundliche Geschichte der Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Bd. 1: Die Geschichte der Dynasten von Lichtenberg. Mannheim 1862. Bd. 2: Die Geschichte der Dynasten von Ochsenstein, der Grafen von Zweibrücken-Bitsch und der Grafen von Hanau-Lichtenberg. Mannheim 1863. Internetpräsenz der Ortsgemeinde Neuburg am Rhein Literatur über Neuburg am Rhein in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie Stadtpläne und Landkarten vom Stadtplandienst helfen Ihnen dabei, sich in Neuburg am Rhein zu orientieren. Sie können die Karten im Internet aufrufen und sich interessante Orte von Neuburg am Rhein anzeigen lassen, wie z. B. Sehenswürdigkeiten oder auch Tankstellen, Geldautomaten, Imbisse usw. Ausgedruckt können Sie den Stadtplan von Neuburg am Rhein auch offline nutzen.

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Stadtplan Neuburg am Rhein
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Übersichtsplan Neuburg am Rhein
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Landkarte Neuburg am Rhein
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