Kötschach-Mauthen

Land:Österreich
Bundesland:Kärnten
Bezirk:Bezirk Hermagor
Postleitzahl:9640
Vorwahl:04715
Webseite:https://www.koetschach-mauthen.gv.at/
Wikipedia:https://de.wikipedia.org/wiki/de:Kötschach-Mauthen

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Kötschach-Mauthen (slow.: Koče-Muta) ist eine österreichische Marktgemeinde im Bezirk Hermagor in Kärnten mit 3340 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2023). Die Gemeinde liegt 34 km westlich von Hermagor (Šmohor) am Übergang des Oberen Gailtales (Ziljska dolina) ins Lesachtal. Sie ist Ausgangspunkt der Straßen nach Norden über den Gailbergsattel, nach Süden über den Plöckenpass, nach Westen ins Lesachtal über Maria Luggau bis Sillian und nach Osten über Hermagor bis Arnoldstein. Kötschach-Mauthen ist in die vier Katastralgemeinden Kötschach, Mauthen, Strajach und Würmlach gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 31 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2023): Weitere Ortslagen sind die Weiler Kienzle, Maierle und Vorhegg. Das heutige Gemeindegebiet wurde schon vor dem 2. Jahrhundert v. Chr. besiedelt. Auf der Würmlach Alm wurde eine Venetische Felsinschrift gefunden, die zu den ältesten Schriftdenkmälern Österreichs zählt. Über den Plöckenpass führte eine Römerstraße, an der sich im Gebiet der heutigen Ortschaft Mauthen eine Siedlung namens „Loncium“ befunden haben soll. Von dieser Kopfstation konnte bisher nur 1886 ein römischer Wachturm auf dem Plöckner Rain (oberhalb der zweiten Serpentine der Plöckenstraße) freigelegt werden. Weitere Grabungen am Maria-Schnee-Hügel und im Fundament des dortigen Wallfahrtskirchleins brachten Mauerreste zutage, die ebenfalls vom antiken Loncium stammen könnten. Der Name Mauthen geht auf das altdeutsche „muta“ (= Maut) zurück und dieser ist wiederum ein Lehnwort aus dem Gotischen „mota“ (= Zoll). Im Mittelalter erlebte die Region durch den Abbau von Eisenerz, Gold, Silber und Blei eine wirtschaftliche Blüte. Die meisten der heutigen Ortschaften wurden bereits im Mittelalter erstmals urkundlich erwähnt: Mauthen 1276, Höfling 1300, Kötschach 1308, Podlanig 1374, Würmlach 1374 und St. Jakob 1376. Im 16. Jahrhundert folgten Laas (1510), Mandorf (1521) und Gentschach (1590). Bereits 1319 wurde das Landgericht nach Mauthen verlegt, ein Beweis, dass der Ort schon damals große Bedeutung hatte. Am 20. Juni 1478 gelang osmanischen Reitern unter Führung von Omar ben Bekr der Durchbruch bis ins obere Gailtal und die überrannten Ortschaften wie Kötschach wurden in Brand gesteckt. 1485 reiste der Bischof Pietro von Caorle im Auftrag des Patriarchen von Aquilea über den Plöckenpass um im Gailtal und in Osttirol bischöfliche Funktionen auszuüben. Sein Begleiter Paolo Santonino erwähnt in seinen Reisetagebüchern, dass der Bischof wiederholt „im wunderschönen Ort Mauthen“ Quartier bezog. Kaiser Karl V. zeichnete den Markt Mauthen am 25. März 1524 durch die Verleihung eines Wappens aus. Das Wappenbild stellt einen verwundeten Bären in blaugelbem Feld dar. 1618 vernichtete ein Großbrand viele Gebäude und zahlreiche wertvolle, den Ort betreffende Dokumente. Seit dem 16. Jahrhundert gehörte die Region zur Grafschaft Ortenburg. Im Ortsteil Hammerle stand ein Hochofen des Grafen von Ortenburg, und 1714 errichtete dort und in Wetzmann der Gewerke di Gaspero Hammerwerke, auf die die Ortsbezeichnung zurückgeht. 1809 zogen napoleonische Truppen über den Plöckenpass nach Mauthen und gliederten ganz Oberkärnten in das von Napoleon geschaffene Königreich Illyrien ein. Manche Namen stammen noch aus dieser Zeit wie das „Mageseng“ (Magazin) auf der Kreuztratte am Plöckenpass. 1813 zogen die Franzosen ab. 1823 wurde Kötschach von einer derart schweren Hochwasserkatastrophe heimgesucht, dass man nur noch kriechend in das Innere der Kirche gelangen konnte. 1886 und 1902 richteten Großbrände schwere Schäden in Kötschach an, und 1903 suchte ein erneuter Großbrand die Mauthner heim. Im Ersten Weltkrieg war Mauthen der dem Plöckenpass nächstgelegene Etappenort mit zahlreichen Nachschubkolonnen, Feldlazaretten und Badeanstalten. Mauthen wurde von der italienischen Artillerie 34 Mal beschossen, ebenso Kötschach und andere Nachbarorte. Nach dem Kriegseintritt Italiens entschloss sich die Heeresleitung, die Gailtalbahn über Hermagor hinaus bis Kötschach-Mauthen zu bauen, die bereits 1916 ihren Betrieb aufnahm. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Kärntner Volksabstimmung wurde Kötschach 1930 formal zum Markt erhoben. 1958 wurden die Dörfer Kötschach und Mauthen zu einem Doppelort Kötschach-Mauthen rechtlich zusammengelegt und zu einer politischen Gemeinde erklärt; im Zuge der Gemeindereform 1973 erweiterten die Eingemeindungen von Orten im oberen Gailtal und im unteren Lesachtal den Ort zu einer Flächengemeinde. Laut Volkszählung 2001 hatte Kötschach-Mauthen 3.613 Einwohner. Davon waren 95,0 % österreichische, 1,2 % deutsche und 0,9 % türkische Staatsbürger. 89,1 % der Bevölkerung bekannten sich zur römisch-katholischen, 6,6 % zur evangelischen Kirche und 1,3 % waren islamischen Glaubens, 1,8 % der Bevölkerung ohne religiöses Bekenntnis. Die Pfarrkirche Kötschach ist eine spätgotische Hallenkirche und wird auch Gailtaler Dom genannt. 1399 erstmals urkundlich genannt, erhielt sie durch einen Neubau von 1518 bis 1527 ihr heutiges Erscheinungsbild. Baumeister war Bartlmä Firtaler. Die Kirche erscheint heute als dreischiffige spätgotische Halle, deren südliche Seitenschiffe bedeutend schmäler sind, weil Teile des Vorgängerbaus in den Neubau mit einbezogen wurden. Die Westempore erstreckt sich über die drei Schiffe. Das Gewölbe ist ein Netzgewölbe aus Schlingrippensternen mit Dreiblattendigungen. Der klassizistische Hochaltar aus dem Jahr 1833 stammt von Franz Stauder. Pfarrkirche Mauthen Friedenskirche, 1963 von Roland Rainer Schloss Mandorf Schloss Weidenburg Pfarrkirche St. Jakob im Lesachtal Burgruine Pittersberg Burgruine Weidenburg Das Museum 1915–18 im Rathaus der Marktgemeinde wurde 1992 eröffnet. Die Ausstellung dokumentiert den Gebirgskrieg 1915–1918 an der unweit von Körtschach-Mauthen verlaufenden Front. Naturschutzgebiet und Natura2000-/Europaschutzgebiet Mussen Mauthner Klamm als Naturdenkmal Centrum Carnicum, das alpinhistorische Archiv des ÖAV Obergailtal-Lesachtal. Ehrengrab des Hugo Kuczera (1856–1916, Feldmarschallleutnant der k.u.k. Armee) Kötschach-Mauthen ist zentraler Ort im oberen Gailtal und gleichzeitig Tor zum Lesachtal. Große regionale Bedeutung hat die Holzverarbeitung und die Produktion von Wärmetauschern. Neben den traditionellen Gewerbebetrieben spielen der Tourismus und die Gastronomie sowohl im Winter als auch im Sommer eine Rolle. Kötschach-Mauthen ist heilklimatischer Luft-Kurort. Die Gemeinde hat ein modernes Frei- und Hallenbad („Aquarena“), das größte in der Region Oberes Gailtal/Lesachtal. Zudem trägt der Ortsteil Mauthen den Titel Bergsteigerdorf des ÖAV. Traditionelles Handwerk wie die Schmiedekunst hat sich in dieser Ortschaft seit 1877 bis heute erhalten. Die Arbeit der Kunstschmiede Leopold Durchner ist von Norditalien bis nach Skandinavien gesucht. Durch die Alpen Adria Energie ist der Ort energieautark geworden. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Betriebsanzahl und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren: 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999 In Laas befindet sich das LKH Laas, ein Landeskrankenhaus mit einer medizinischen Abteilung sowie einer Abteilung für chronisch Kranke. Die Gailtalbahn wurde zum Fahrplanwechsel 2016/2017 zwischen Hermagor und Kötschach-Mauthen eingestellt. Seitdem ist Kötschach-Mauthen nur mehr mittels Bussen an den öffentlichen Verkehr angebunden. Die Gailtalbahn Betriebs GmbH und der „Verein Gailtalbahn“ möchten die stillgelegte Bahnstrecke als Anschlussbahn zukünftig weiter betreiben und bieten im Sommer Fahrten mit Fahrraddraisinen an. Auch Sonderzüge sind zu speziellen Anlässen geplant. Kötschach-Mauthen gehört zu den 24 Gemeinden in Österreich (Stand 2019), die mit der höchsten Auszeichnung des e5-Gemeinden Energieprojekts ausgezeichnet wurden. Das e5-Gemeinde-Projekt soll die Umsetzung einer modernen Energie- und Klimapolitik auf Gemeindeebene fördern. In Würmlach trennen sich die Pipelines AWP und TAL. Hier steht seit 2005 eine Biogasanlage. Das Gas wird in einer Rohrleitung nach Kötschach in das Heizkraftwerk geleitet. Der Gemeinderat von Kötschach-Mauthen hat 23 Mitglieder. Mit der Gemeinderatswahl 2015 hatte er folgende Zusammensetzung: 13 SPÖ, 7 ÖVP, 2 Namensliste Thurner, 1 FPÖ Seit der Gemeinderatswahl 2021 hat er folgende Zusammensetzung: 12 SPÖ, 7 ÖVP, 2 Namensliste Thurner, 2 FPÖ Direkt gewählter Bürgermeister ist seit 2020 Josef Zoppoth (SPÖ) 2015 bis 2020 Walter Hartlieb (SPÖ) Kaiser Karl V. zeichnete den Markt Mauthen am 25. März 1524 durch die Verleihung eines Wappens aus. Das Wappenbild stellt einen verwundeten Bären in blaugelbem Feld dar. Graf Georg von Ortenburg verlieh Mauthen am 5. Mai 1619 ein Marktwappen. Der gekrönte Löwe ist das Wappen des Jakob Villinger von Schönenberg, Buchhalter und ab 1514 Generalschatzmeister von Kaiser Maximilian I.; Villinger hatte von Maximilian I. 1502 Schloss und Herrschaft Pittersberg erhalten. Sein Wappen findet sich auch in der Wölbung der Filialkirche von Laas. Im hinteren Wappenteil findet sich ein blutender Braunbär, was an einen offensichtlich Aufsehen erregenden Jagdunfall erinnert, bei dem der Bär, tödlich getroffen, mit letzter Kraft einen Baum ausgerissen haben soll. Das Mauthener Wappen erlosch 1958 offiziell mit der Vereinigung von Mauthen mit Kötschach, wurde der Marktgemeinde aber am 20. Juli 1975 mit folgender Blasonierung neu verliehen: „Im gespaltenen Schild vorne in Rot ein gold gekrönter und bewehrter silberner Löwe; hinten in Blau mit goldenem Schräglinksbalken ein aus einer Brustwunde blutender Braunbär, der, hinter sich greifend, einen grünen Baum umzureißen sucht.“ Die Fahne ist Blau-Gelb-Rot mit eingearbeitetem Wappen. Oswald Nischelwitzer (1811–1894), Bürgermeister von Mauthen, Landtags- und Reichstagsabgeordneter, Parlamentspräsident nach dem Übergang von der absoluten zur konstitutionellen Monarchie Ambros Wernisch (1862–1923), Mitglied des Abgeordnetenhauses 1897–1907 Franz Pichler-Mandorf (1885–1972), Politiker (SPÖ), Bürgermeister von Klagenfurt Ignaz Tschurtschenthaler (1890–1954), Politiker (ÖVP) Josef Klaus (1910–2001), österreichischer Politiker (ÖVP), Landeshauptmann von Salzburg (1949–1961), Bundeskanzler (1964–1970) Heidulf Gerngross (* 1939), österreichischer Architekt, Künstler und Herausgeber des ST/A/R Norbert Sattler (1951–2023), Kanute Sissy Sonnleitner (* 1953), österreichische Köchin, Gastronomin und Autorin Josef Dabernig (* 1956), Künstler und Filmemacher Heimo Zobernig (* 1958), Künstler Richard Kaplenig (* 1963), Künstler Gerfried Sitar (* 1968), Geistlicher im Stift St. Paul im Lavanttal, Bischofsvikar der Diözese Gurk, Autor und Ausstellungsmacher Herta Hofer (* 1936), akademische Malerin, Klangmalerin, Verfasserin von Lyrik- und Prosatexten Wolfgang Dabernig „Radlwolf“ (* 1958), Behindertenradsportler und Paralympic-Silbermedaillengewinner Karl Klaus: Kötschach-Mauthen, Plöcken und Umgebung. Selbstverlag des Verfassers H. Dolenz: Spätantiker Turm in Mauthen. Wien 1940 F. C. Keller: Ausgrabungen bei Mauthen. Carinthia I, Jb 1886 H. Koban: Die Veneter- und Römerstraße bei Mauthen, Bemerkungen über Loncium und den verschollenen Veneterstein. Carinthia I, Jg. 1948 E. Lamprecht: Die Entwicklung und wirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs in Kötschach-Mauthen seit 1945, Diplomarbeit, Innsbruck, 1971 E. Lamprecht: Die Franzosenzeit – Mauthen 1809–1813, Selbstverlag d. Kulturverein Mauthen, 2009 E. Lamprecht: 300 Jahre Wallfahrtskirche Maria Schnee bei Mauthen 1713–2012, Selbstverlag d. Kulturverein Mauthen, 2013 E. Lamprecht: Geschichte von Mauthen – Teil 1, Selbstverlag d. Kulturverein Mauthen, 2016 E. Lamprecht: Geschichte von Mauthen – Teil 2, Selbstverlag d. Kulturverein Mauthen, 2022 Marktgemeinde Kötschach-Mauthen Bergsteigerdorf Mauthen Bergsteigerdorf Mauthen auf bergsteigerdoerfer.org Bergsteigerdorf Mauthen am Karnischen Höhenweg Ortsmarketing Kötschach-Mauthen 20307 – Kötschach-Mauthen. Gemeindedaten der Statistik Austria Stadtpläne und Landkarten vom Stadtplandienst helfen Ihnen dabei, sich in Kötschach-Mauthen zu orientieren. Sie können die Karten im Internet aufrufen und sich interessante Orte von Kötschach-Mauthen anzeigen lassen, wie z. B. Sehenswürdigkeiten oder auch Tankstellen, Geldautomaten, Imbisse usw. Ausgedruckt können Sie den Stadtplan von Kötschach-Mauthen auch offline nutzen.
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Stadtplan Kötschach-Mauthen
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Landkarte Kötschach-Mauthen
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