Wilburgstetten

Land:Deutschland
Bundesland:Bayern
Kreis:Landkreis Ansbach
Gemeinde:Wilburgstetten (VGem)
Postleitzahl:91634
Vorwahl:09853
Einwohner:2.152
Webseite:https://www.wilburgstetten.de/
Wikipedia:https://de.wikipedia.org/wiki/de:Wilburgstetten

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Wilburgstetten ist eine Gemeinde im Landkreis Ansbach in Mittelfranken und zählt zur Metropolregion Nürnberg. Die Gemeinde Wilburgstetten liegt an der Mündung der Rotach in die mittlere Wörnitz. Durch sie führt die von Würzburg, Rothenburg ob der Tauber und Feuchtwangen im Norden kommende Romantische Straße, die dann nach Nördlingen weiterläuft. Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Wittelshofen, Weiltingen, Fremdingen, Tannhausen, Stödtlen, Mönchsroth und Dinkelsbühl. Die Gemeinde hat 17 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Für den nördlich der Wörnitz gelegenen Teil von Wilburgstetten ist auch die Bezeichnung Limburg gebräuchlich. Das Gebiet um Wilburgstetten war schon in sehr früher Zeit eine Siedlungsstätte. 1931 wurde bei Schachtarbeiten westlich der B 25 ein vorgeschichtliches Sitzgrab gefunden, welches von Experten in die Zeit um 2000 vor Christus datiert wird. Die Römer zogen ihren Grenzwall, den Limes, im Süden von Wilburgstetten. Er durchzieht Wilburgstetten von Westen (Baden-Württemberg, Höllmühle/Höllweiher) her kommend, (in ungefährer Lage der südlichen Einfahrweiche des Bahnhofs) nach Osten führend, im südlichen Ortsbereich. An der B 25 (Romantische Straße, Abschnitt Nördlingen-Dinkelsbühl) steht im Ort ein Limesgedenkstein von 1861, den König Max II. hier errichten ließ. Teile der römischen Befestigungsanlage sind bis heute sichtbar und werden im Volksmund als „Teufelsmauer“ bezeichnet. Im Mittelalter lag Wilburgstetten im Gebiet der Grafen von Oettingen. Ab 1261 existierte ein eigenständiger Wilburgstettner Ortsadel: die Familie von Rechenberg. Sie waren Truchsesse des oben genannten Grafen von Oettingen und wohnten auf der Feste Limburg nach der sie sich Truchseß von Limburg nannten. Ein weiterer Zweig der Rechenberger besaß die Burg Wilburg inmitten des Dorfes und nannte sich dach dem Ort Truchseß von Wilburgstetten. Die Wilburg ist die Namensgeberin der Gemeinde. Die ersten Ansiedlungen entstanden im Umfeld der beiden Festungen diesseits und jenseits des Flusses. Die Burgen sicherten dabei den Übergang der alten Reichsstraße von Dinkelsbühl über die Wörnitz nach Nördlingen und weiter nach Süden. 1311 wurde der Ort als „Wilburcsteten“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der weibliche Personenname Wilburg. Von 1431 bis 1805 stand Wilburgstetten unter maßgeblichem Einfluss der Reichsstadt Dinkelsbühl, die nach Aussterben des Ortsadels Grund- und Patronatsherrin Wilburgstettens wurde und deren Wappen noch heute den Giebel des Wilburgstettener Pfarrhauses ziert. Dinkelsbühl besaß auch das Zollrecht an der Wörnitzbrücke. Bei Überfahrung der Brücke von Wilburgstetten waren Gespannmaut und Warenzoll fällig. Von Juden verlangte man eine Mautgebühr schon allein für das Überschreiten zu Fuß. Das Hochgericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft und Grundherrschaft über alle Anwesen hatte die Reichsstadt Dinkelsbühl. Außer Etters war das Hochgericht strittig zwischen der Reichsstadt Dinkelsbühl, dem oettingen-spielbergischen Oberamt Mönchsroth und dem ansbachischen Oberamt Wassertrüdingen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Wilburgstetten aus 55 Anwesen. Die grundherrlichen Ansprüche waren mittelbar für die katholische Kirchenpflege (2 halbe Güter), die Ratsamtspflege (1 Mühle, 1 Zweidrittelschafhof, 1 Drittelschafhof, 6 Güter, 4 halbe Güter, 4 Halbhäuser), die Reichsalmosenpflege (1 Mühle, 1 Wirtschaft mit Braurecht, 1 Hofgut, 17 Güter, 1 Gut mit Schmiederecht, 2 halbe Güter, 1 Gütlein), die Siechenpflege (1 Hofgut, 8 Güter), die Kirche Wilburgstetten (2 Güter, 1 Haus). Außerdem gab es eine Pfarrkirche, die Heilig-Kreuzkapelle, die Straßenkapelle, ein Pfarrhaus, ein Schul- und Mesnerhaus und ein Gemeindehirtenhaus und ein Schafhaus. Es gab zu dieser Zeit 44 Untertansfamilien. 1810 kam Wilburgstetten an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1811 der Steuerdistrikt Wilburgstetten gebildet, zu dem Greiselbach, Höllmühle und Neuölmühle gehörten. Im selben Jahr entstand mit der Höll- und Neuölmühle und Wolfsbühl die Ruralgemeinde Wilburgstetten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Nördlingen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Nördlingen (seit 1813 Rentamt Oettingen). Ab 1831 gehörte Wilburgstetten zum Landgericht Dinkelsbühl und ab 1832 zum Rentamt Dinkelsbühl (1919 in Finanzamt Dinkelsbühl umbenannt, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Dinkelsbühl (1879 in das Amtsgericht Dinkelsbühl umgewandelt, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach ist). Die Gemeinde hatte 1961 eine Gebietsfläche von 5,531 km². Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Wilburgstetten an den Landkreis Ansbach. Im 20. Jahrhundert dehnte sich das Wilburgstettener Siedlungsgebiet kräftig nach Süden hin aus. Heute gilt das Dorf an der Wörnitz als Kleinzentrum mit über 2100 Einwohnern und – angesichts der Dorfgröße – beachtlichen 900 Arbeitsplätzen. 1847 wird ein neues Schulhaus gebaut, es dient nach seiner Schulära bis 1974 als Kindergarten. Ein neues Schulhaus wird 1929 gebaut, seit 1966 bis heute dient es als Rathaus. Frühere gebräuchliche Bezeichnungen des Ortes waren „Willburgstetten“ und „Wildburgstetten“. Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1980 auf 2199 um 219 Einwohner bzw. um 11,1 %. Wilburgstetten bildet in kirchlicher Hinsicht eine römisch-katholische Enklave inmitten einer protestantischen Region. Die katholische Kirchengemeinde St. Margareta untersteht dem Bistum Augsburg. Die evangelischen Einwohner Wilburgstettens werden von St. Oswald und Ägidius (Mönchsroth) betreut und haben ihre Kirche im Gemeindeteil Greiselbach. Evangelische Gottesdienste finden einmal im Monat auch in der katholischen Kirche St. Margareta statt. Zur Gemeinderatswahl 2020 trat ausschließlich die Bürger-Liste Walburgstetten an, die bei einer Wahlbeteiligung von 58,91 % alle 14 Sitze erhielt. Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Erste Bürgermeister. Michael Sommer (CSU) kam bei der Bürgermeisterwahl am 15. Juni 2014 auf 65,8 % der Stimmen und wurde 2020 mit 96,03 % der Stimmen im Amt bestätigt. Wittenbach in der Schweiz Aignan, ein Dorf in der Gascogne, Frankreich Kolín in der Tschechischen Republik Katholische Kirche St. Margareta – Sie wurde ursprünglich als Eigenkirche der Ortsadeligen errichtet und der Margareta von Pisidien gewidmet, die der Legende nach im Jahre 304 den Märtyrertod starb. Die kleine Kirche, die ab 1602 nachweisbar ist, wurde 1779 auf die Maße des heutigen Querschiffes vergrößert. Um 1900 wurde das Gotteshaus durch einen im rechten Winkel angefügten Neubau erweitert und im farbenfrohen Stil der Neuromantik ausgeschmückt. Vier Versuche, den ursprünglichen Turm in Relation zur vergrößerten Kirche zu erhöhen, scheiterten. Erst im Jahre 2001 wurde – allerdings gegen den Willen des Denkmalamtes – der Turmschaft um über acht Meter aufgestockt und den veränderten Proportionen des Gesamtgebäudes angepasst. Dabei wurde das Satteldach von 1603 mit einem Autokran abgehoben und nach einigen Ausbesserungen wieder auf den gewachsenen Turmhals aufgesetzt. Heilig-Kreuz-Kapelle von 1745 auf dem ehemaligen Burghügel im Wiesengrund der Wörnitz. Es soll von dort angeblich einen unterirdischen Tunnel unter der Wörnitz hindurch zum Klösterle in Mönchsroth geben (nicht begehbar). Grimmeiß-Haus, ehemaliges Schulhaus Reststücke des Limes Industrie (Bau und Holz) und Agrarwirtschaft dominieren in Wilburgstetten. Es sind aber auch Einzelhandel, Handwerk, Gaststättengewerbe und andere Dienstleistungsanbieter vorhanden. Das holzverarbeitende Unternehmen Rettenmeier hat hier seinen Stammsitz. großes Wanderwegenetz Wildgehege Sportgelände mit drei Tennisplätzen zahlreiche Bade- und Angelmöglichkeiten in den nahe gelegenen Weihern drei Pensionen und weitere private Übernachtungsmöglichkeiten Zu erreichen ist Wilburgstetten über die Bundesautobahn 6, Ausfahrten Aurach (35 km), Schnelldorf (21 km) und über die Bundesautobahn 7, Ausfahrt Dinkelsbühl-Fichtenau (20 km) oder Ausfahrt Ellwangen (23 km). Die B 25 führt nach Dinkelsbühl (7 km nordwestlich) führt bzw. nach Fremdingen (7,5 km südöstlich). Die Staatsstraße 2385 verläuft nach Mönchsroth (2,3 km westlich) bzw. nach Weiltingen (4,5 km östlich). Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Wolfsbühl (0,7 km südöstlich) und nach Wittenbach (1,4 km südwestlich). An der Bahnstrecke Nördlingen–Dombühl besteht der Bahnhof Wilburgstetten, der bis 1985 im regelmäßigen Personenverkehr bedient wurde. Heute wird er noch von der Museumsbahn des Bayerischen Eisenbahnmuseums genutzt. Zudem findet auf der Strecke Güterverkehr, hauptsächlich zum örtlichen Holzwerk statt. Der zunehmende LKW Verkehr auf der B 25, als Fluchtreaktion vor der LKW-Maut, hatte in Greiselbach zu Protesten wegen des stark zugenommenen Lärms und Abgasen durch die Anwohner geführt (25. April 2007). Mittlerweile umgeht die B 25 den Ort. Durch die Gemeinde führt der Deutsche Limes-Radweg. Er folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau. In Wilburgstetten endet der Limes-Wanderweg des Schwäbischen Albvereins, ein Teilabschnitt des Deutschen Limes-Wanderwegs. Fortgeführt wird der Deutsche Limes-Wanderweg durch den Limesweg des Fränkischen Albvereins. Raban Truchseß von Wilburgstetten (um 1295–1383), Fürstbischof von Eichstätt. Karl Konradin Lang (1911–2003), Chefarzt in Ravensburg und Markdorf Johann Kaspar Bundschuh: Willburgstetten. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 249 (Digitalisat). August Gebeßler: Stadt und Landkreis Dinkelsbühl (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 15). Deutscher Kunstverlag, München 1962, DNB 451450930, S. 227–229. Gemeinde Wilburgstetten (Hrsg.): Wilburgstetten und seine Ortsteile: Wittenbach mit Beermühle, Burgstallhof und Gramstetterhof; Greiselbach; Rühlingstetten; Wolfsbühl mit Neuölmühle; Knittelsbach mit Brennhof, Walkmühle und Walkhof; Villersbronn; Welchenholz mit Neumühle. Zusammenstellung und Beschreibung: Sigrid Liebelt. Geiger, Horb am Neckar 1999, ISBN 3-89570-546-2. Karl Heinrich von Lang, Heinrich Christoph Büttner, Knappe: Landgericht Dinkelsbühl (= Historische und statistische Beschreibung des Rezatkreises. Heft 2). Johann Lorenz Schmidmer, Nürnberg 1810, OCLC 165619678, S. 27–30 (Digitalisat). Teresa Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 40). Michael Laßleben, Kallmünz 2018, ISBN 978-3-7696-6562-8. Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 243. Anton Steichele (Hrsg.): Das Bisthum Augsburg historisch und statistisch beschrieben. Band 3. Schmiedsche Verlagsbuchhandlung, Augsburg 1872, OCLC 935210351, S. 419–430 (Digitalisat). Wilburgstetten in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 17. September 2019. Wilburgstetten: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik Stadtpläne und Landkarten vom Stadtplandienst helfen Ihnen dabei, sich in Wilburgstetten zu orientieren. Sie können die Karten im Internet aufrufen und sich interessante Orte von Wilburgstetten anzeigen lassen, wie z. B. Sehenswürdigkeiten oder auch Tankstellen, Geldautomaten, Imbisse usw. Ausgedruckt können Sie den Stadtplan von Wilburgstetten auch offline nutzen.

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