Steinau an der Straße

Land:Deutschland
Bundesland:Hessen
Kreis:Main-Kinzig-Kreis
Gemeinde:Steinau an der Straße
Postleitzahl:36396
Vorwahl:06663
Webseite:https://www.steinau.eu/
Wikipedia:https://de.wikipedia.org/wiki/de:Steinau an der Straße

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Steinau an der Straße ist eine Kleinstadt im Main-Kinzig-Kreis im Südosten des Landes Hessen. Der Zusatz „an der Straße“ bezieht sich auf die Via Regia, die alte Handelsstraße von Frankfurt am Main nach Leipzig, und dient seit 1975 der Unterscheidung von anderen gleichnamigen Orten. Die Stadt wurde ursprünglich nach „Steinen im Wasser“ benannt und trägt seit dem 20. März 2006 die amtliche Zusatzbezeichnung Brüder-Grimm-Stadt, da diese hier einen Teil ihrer Jugend verbrachten. Neben der Kernstadt hat Steinau an der Straße noch weitere 11 Stadtteile. Steinau liegt eingebettet im Kinzigtal an der Kinzig zwischen dem Spessart im Süden und dem Vogelsberg im Norden auf einer Höhe von 175 m über NHN, etwa 6,5 km südwestlich von Schlüchtern. Am Ort führten mehrere überregionale Straßen vorbei bzw. führten durch den Ort. Die Lage zwischen dem Spessart und dessen Sandsteinformationen und dem vulkanisch geprägten Vogelsberg mit seinen fruchtbaren Verwitterungsböden teilt die Gemarkung von Steinau: Im Süden wird diese von Wäldern und im Norden von Landwirtschaft geprägt. Nördlich der Innenstadt befindet sich eine der beiden Tropfsteinhöhlen Hessens, die Teufelshöhle. Die etwa 2,5 Millionen Jahre alte Höhle wurde seit 1905 erschlossen. Durch ihren großen Karsthohlraum im unteren Muschelkalk stellt sie ein bedeutendes geologisches Naturdenkmal dar. Die Stadt grenzt im Norden an die Gemeinde Freiensteinau (Vogelsbergkreis), die Gemeinden Neuhof und Flieden (beide Landkreis Fulda), im Osten an die Stadt Schlüchtern, im Süden an das gemeindefreie Gebiet Gutsbezirk Spessart, das den Stadtteil Marjoß umschließt sowie im Westen an die Stadt Bad Soden-Salmünster und die Gemeinde Birstein. Es existieren die Stadtteile Bellings, Hintersteinau, Marborn, Marjoß, Neustall, Sarrod, Rabenstein, Rebsdorf, Seidenroth, der Kernstadt Steinau, Uerzell (mit der Siedlung Klesberg) und Ulmbach. Das einzige hessische Regierungsbezirksdreieck der Regierungsbezirke Darmstadt, Gießen und Kassel befindet sich im Norden von Hintersteinau. Die Grenze verläuft direkt am dortigen Flurgebiet „Schabelenzwiese“ und grenzt an das Freiensteinauer, in der Gemarkung von Weidenau befindliche Flurgebiet „In den Hecken“ und das Neuhöfer Ortsteils Kauppen mit dem Namen „Schrämmswiesen“. In erhaltenen Urkunden wurde die Stadt unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Steina (1290), Steinahe (1304), Steyna an der strasze gegin Fulde (1339), Stena (1361), Steinau (1364). Steinau war vom Mittelalter bis in die Frühen Neuzeit eine wichtige Station an der Via Regia, der alten Handelsstraße zwischen den Messeplätzen Frankfurt am Main und Leipzig. Es gehörte ursprünglich zur Grafschaft Rieneck. Die Auseinandersetzung zwischen den Mainzer Erzbischöfen und den Grafen von Rieneck in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts um die Macht im westlichen Spessart endete 1271 mit einem Sieg des Mainzer Erzbischofs Werner von Eppstein. Teil des Friedensschlusses war, dass Gräfin Elisabeth von Rieneck, mit reicher Aussteuer, zu der unter anderem Steinau an der Straße gehörte, mit Ulrich I., von Hanau, einem Verbündeten des Mainzer Erzbischofs, verheiratet wurde. So kam Steinau an die damalige Herrschaft und spätere Grafschaft Hanau. Ulrich I. sorgte dann dafür, dass Steinau am 4. Juli 1290 – als zweite Stadt seiner Herrschaft, nach der Residenz Windecken und noch vor Hanau – Stadtrecht, und zwar das von Gelnhausen erhielt. 1339 beanspruchte das Erzstift Mainz die Stadt als verfallenes Lehen, konnte sich aber nicht durchsetzen. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde Steinau dem Kloster Fulda als Lehen aufgetragen; der älteste erhaltene Lehenbrief über Burg und Stadt Steinau stammt aus dem Jahr 1442. Die Stadt Steinau war Hauptort des gleichnamigen Amtes Steinau der Herrschaft und Grafschaft Hanau. Nachdem es 1458 zur Teilung der Grafschaft Hanau gekommen war, gehörte Steinau zur Grafschaft Hanau-Münzenberg und war der Hauptort von deren „Obergrafschaft“. Mit der Burg Steinau, von der der quadratische Stumpf des Bergfrieds aus dem 13. Jahrhundert erhalten ist, errichteten die Herren von Hanau eine Befestigung, die der Sicherung des Geleits auf der Via Regia diente. Die Burg wurde zum Schloss Steinau ausgebaut, das später oft als Witwensitz Hanauer Gräfinnen diente. Philipp Wilhelm Grimm, Vater der Brüder Grimm, war hier im 18. Jahrhundert Amtmann, also Verwaltungsleiter des Amtes Steinau und hatte seinen Wohn- und Dienstsitz im Amtshaus, heute ein Museum. 1319 wurde die Filialkirche in Steinau durch den Abt des Klosters Fulda dem Kollegiatstift von Salmünster übergeben, 1324 wurde ein Gemeindepfarrer in Steinau erwähnt. Bis ins Spätmittelalter lässt sich die Geschichte des Weinbaus im Ort zurückverfolgen: „1316 hatte Abt Peter vom Main vom Säkularstift Peter und Paul in Salmünster seinen Weinzehnten von der Stadt Steinau eingefordert. Der belief sich damals auf drei Ohm (etwa 450 Liter)“. Wahrscheinlich reicht die Weinbautradition noch viel weiter zurück. Sie endete Mitte des 19. Jahrhunderts. 2012 wurde bekannt, dass in der Gemarkung „An der Kehl“ einzelne Stämmchen gefunden wurden, die aus der Zeit von 1821 bis 1846 stammen, der letzten Periode des Steinauer Weinbaues. Sie haben, anders als die Weinstöcke in Gelnhausen, den Angriff der Reblaus und alle zwischenzeitlich erfolgten Wetteränderungen überdauert. Nun wurden diese historischen, widerstandsfähigen Reben vom Landrat des Main-Kinzig-Kreises zum Naturdenkmal erklärt (April 2019). Die lokale Weinbruderschaft ad via regia a.d.1670 sorgte, gemeinsam mit dem Geschichtsverein Steinau für die Dokumentation des einzigartigen Fundes. Aus ihm könnte eine neue Steinauer Weinbautradition erwachsen. In den nördlichen Gemarkungen von Steinau (am Hundsrückberg und am Weinberg) „sind noch Reste alter Terrassengärten“ zu finden. Hier liegt auch das Naturschutzgebiet Weinberg bei Steinau. Die Weinbruderschaft hat die alte Weinbautradition wieder aufgenommen und pflegt sie fort. Ein neu angelegter Weinberg, der Steinauer Katharinengarten, beherbergt über die gefundenen Riesling-Reben hinaus, noch je 260 Reben der weißen Neuzüchtung Phönix und der teilresistenten roten Sorte Regent. Auf einer 1000 m² großen Fläche darf die Weinbruderschaft laut Genehmigung des Weinbauamtes Eltville beim Regierungspräsidium Darmstadt Wein anbauen. Die Grafschaft Hanau-Münzenberg schloss sich in der Reformation zunächst der lutherischen Konfession an, ab 1597 war sie reformiert. Für Steinau sind mehrere Hexenprozesse belegt: Bei Verfahren in den Jahren 1592, 1594, 1602 und 1612 endeten die Angeklagten auf dem Scheiterhaufen, spätere Verfahren schlossen mit Landesverweis oder Turmstrafen ab. Mit dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736, fiel Steinau – zusammen mit der ganzen Grafschaft Hanau-Münzenberg – an die Landgrafschaft Hessen-Kassel, aus der 1803 das Kurfürstentum Hessen hervorging. Während der napoleonischen Zeit stand Steinau ab 1806 unter französischer Militärverwaltung, gehörte 1807–1810 zum Fürstentum Hanau und dann von 1810 bis 1813 zum Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau. Anschließend fiel es wieder an das Kurfürstentum Hessen zurück. Dort wurde die Stadt mit der Verwaltungsreform des Kurfürstentums Hessen von 1821, im Rahmen derer Kurhessen in vier Provinzen und 22 Kreise eingeteilt wurde, dem neu gebildeten Landkreis Schlüchtern zugeschlagen. 1866 wurde Kurhessen – und damit auch Steinau – nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg von Preußen annektiert, das es seiner Provinz Hessen-Nassau zuordnete. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Steinau in der amerikanischen Besatzungszone. Es wurde Bestandteil des Landes Hessen und mit der Gebietsreform von 1974 Bestandteil des Main-Kinzig-Kreises. Am 1. Januar 1978 wurde die Gemeinde amtlich in Steinau an der Straße umbenannt. Nach Einrichtung eines Oberpostamtes in Frankfurt durch das Haus Thurn und Taxis legte im Jahr 1616 der Postmeister Johann von den Birghden einen festen Postkurs auf der Strecke Frankfurt – Leipzig fest. Steinau lag an der Strecke. Es hatte, so wie das westlich liegende Salmünster und das östliche Schlüchtern eine Posthalterei. Schon um 1660 kam mit der Fürstlich Hessischen Post eine Konkurrenz-Linie auf der gleichen Route hinzu. In der Napoleonischen Zeit (1806–1813) wurden beide Linien zu einer einzigen vereint, die ab dem 2. Dezember 1813 wieder in der Regie von Thurn und Taxis lief. „Schon lange vor Errichtung einer Briefsammelstelle durch die Thurn und Taxische Lehenspost, im Jahr 1825, befand sich in Steinau eine private Postannahmestelle – Briefkollektion – in der örtlichen Apotheke. Die Briefsammelstelle wurde 1839 zur Postexpedition erhoben“. Mit der Aufnahme des viel günstigeren und leistungsfähigeren Bahnbetriebs auf der Linie Hanau – Fulda (1868) kam das rasche Ende des Fahr- und des Reisepostverkehrs. „Die letzte Postkutsche fuhr 1925 in der heutigen Grimm-Stadt, die über ein kaiserliches Postamt verfügte“. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden Bellings, Marborn und Seidenroth am 1. Dezember 1969, Marjoß am 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis, sowie Hintersteinau, Neustall und Ulmbach kraft Landesgesetz am 1. Juli 1974 als Stadtteile eingemeindet. Für die Stadtteile von Steinau wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet. Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 10.653 Einwohner in der Gemeinde. Darunter waren 458 (4,3 %) Ausländer, von denen 172 aus dem EU-Ausland, 200 aus anderen europäischen Ländern und 81 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 16,4 % einen Migrationshintergrund. Nach dem Lebensalter waren 1824 Einwohner unter 18 Jahren, 4344 waren zwischen 18 und 49, 2175 zwischen 50 und 64 und 2223 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 4368 Haushalten. Davon waren 4368 Singlehaushalte, 1200 Paare ohne Kinder und 1425 Paare mit Kindern, sowie 402 Alleinerziehende und 90 Wohngemeinschaften. In 936 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen, in 2775 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen. Quelle: Historisches Ortslexikon 1587: 0065 Schützen, 49 Spießmänner, 15 Schlachtschwerter, 9 Zimmermänner (dazu 17 Schützen und 32 Federspießer in Niederdorf) 1633: 0245 Haushaltungen und 15 Gefreite 1753: 262 Haushaltungen mit 1289 Personen 1812: 237 Feuerstellen, 1453 Seelen Anmerkungen 1821: Thomas Klein: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1845. Reihe A: Preußen. Band 11: Hessen-Nassau einschließlich Vorgängerstaaten. Marburg 1979, S. 115. 1961: 4078; mit den Orten Bellings, Marborn und Seidenroth: 5462 Einwohner 1970: Zahl nach der Eingemeindung von Bellings, Marborn und Seidenroth am 1. Dezember 1969 An von der Kinzig abgeleiteten Betriebsgräben bestanden eine Hopfenmühle, eine Walkmühle, die so genannte Herrenmühle, eine Sägemühle und die Neumühle, eine Mahl- und Sägemühle. Bis ca. 1930 war ein Basaltbruch im Ohl, nördlich der Abfahrt Schlüchtern-Süd der A 66 in Betrieb. Der Turm des angegliederten Schotterwerks, der den Basaltbrecher beherbergte, ist noch heute gut von der Autobahn aus zu erkennen (50° 19′ 47,6″ N, 9° 28′ 37,16″ O). Die örtliche Stadtverordnetenversammlung besteht seit 2016 aus 31 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 14. März 2021 erbrachte folgendes Ergebnis, in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen: Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Steinau neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und fünf weitere Stadträte angehören. Bürgermeister ist seit dem 1. Februar 2021 der parteiunabhängige Christian Zimmermann. Die Amtszeit seines Amtsvorgängers Malte Jörg Uffeln, der nach einer Amtszeit nicht wieder kandidiert hatte, endete am 31. Juli 2020, obwohl in Hessen die Direktwahlen pandemiebedingt verschobenen worden waren. Aber die Stadtverordneten lehnten eine Weiterführung der Amtsgeschäfte ab und so übernahm der Erste Stadtrat Arnold Lifka die Stadtverwaltung kommissarisch. Christian Zimmermann wurde am 15. November 2020 in einer Stichwahl bei 54,17 Prozent Wahlbeteiligung mit 56,82 Prozent der Stimmen gewählt. Amtszeiten der Bürgermeister 2021–2027 Christian Zimmermann 2014–2020 Malte Jörg Uffeln 2002–2014 Walter Strauch (SPD) 1990–2002 Hans-Joachim Knobeloch (SPD) 1984–1990 Joachim Renz (CDU) 1956–1984 Heinz Désor (SPD) Städtepartnerschaften bestehen mit folgenden Städten: Welsberg-Taisten in Südtirol (Italien), mit Steinau an der Straße, seit 26. November 1988 Szederkény (Ungarn), mit dem Ortsteil Ulmbach, seit 3. Oktober 1998 Sarród (Ungarn), mit dem Ortsteil Sarrod, seit 24. Juni 2000 Naszály (Ungarn), mit dem Ortsteil Hintersteinau, seit 1. Juni 2002 Blasonierung: „In Blau auf grünem Schildgrund stehend eine weißgekleidete goldhaarige, goldgekrönte und silbernimbierte Frau, links unter der Krone hervortretend ein schalartiges schmales rotes Tuch bis zur Hüfte tragend, in der rechten ausgestreckten offenen Hand ein sechsspeichiges goldenes Wagenrad, in der linken ein silbernes Schwert haltend, die Spitze den Boden berührend, rechts begleitet von einem Schildchen, darin in Gold drei rote Sparren, links von fünf wellenpfahlweise gestellten fünfzackigen goldenen Sternen.“ Wappenerklärung: Das Wappen zeigt die Schutzpatronin der Stadt, die heilige Katharina. Sie gilt als Patronin der Wagner, Müller, Jungfrauen, Mädchen, Studenten, Schüler, Bibliothekare und der Gelehrten, aber auch der Töpfer (Steinau war seit dem Mittelalter ein bedeutender Töpferort). In den Händen hält sie ein Rad und ein Schwert, die Werkzeuge ihres Martyriums. In den meisten Darstellungen der heiligen Katharina ist das Rad zerbrochen, nicht jedoch im Steinauer Wappen. Der kleine Wappenschild ist der der Grafen von Hanau, zu deren Ländereien Steinau lange Zeit gehörte, zeitweilig sogar Sitz der Obergrafschaft und kurzfristig Hanauische Residenz war. Die Bedeutung der fünf Sterne ist unbekannt. Steinaus Wirtschaft wird von Betrieben aus den Bereichen Gummi und Kunststoffe, Chemie, Elektrotechnik und Holzverarbeitung sowie Mechanik bestimmt. Auch der Fremdenverkehr ist nicht ohne wirtschaftliche Bedeutung; jährlich werden etwa 10.000 Übernachtungen registriert. Der Stadtteil Ulmbach ist ein staatlich anerkannter Erholungsort. Die BAB 66 ersetzt in ihrer Funktion heute die mittelalterliche Via Regia als Fernstraßenverbindung durch das Kinzigtal von Frankfurt in Richtung Osten. Die Landesstraße L 3329 stellt die Verbindung über Niederzell nach Schlüchtern, die L 3179 nach Norden in Richtung Freiensteinau, über die L 3196 gelangt man zum Ortsteil Marjoß und über die Deutsche Fachwerkstraße zur Nachbarkommune Bad Soden-Salmünster. Die Kinzigtalbahn führt durch Steinau an der Straße. Im Stunden-Takt halten Regional-Express-Züge nach Fulda und Frankfurt am Main. Der nächste behindertengerechte Bahnhof liegt in Wächtersbach, und ab 2022 auch in Schlüchtern. In Steinau stehen die folgenden Einrichtungen für Kinder zur Verfügung: Evangelische Kindertagesstätte Steinaubach, mit 90 Plätzen, Evangelische Kindertagesstätte Märchenwald, mit 84 Plätzen, Evangelischer Kindergarten Noahs Arche, für Kinder bis zu 6 Jahren, mit 85 Plätzen. In Steinau befindet sich die Brüder-Grimm-Schule als Grund-, Haupt- und Realschule. Daneben gibt es noch Zwergschulen in Hintersteinau und Ulmbach (Bilzbergschule). In Hintersteinau werden alle vier Jahrgangsstufen in einer Klasse unterrichtet. Die Grundschule in Uerzell wurde zum Schuljahresbeginn 2012/2013 geschlossen, die Grundschule in Marjoß zum Schuljahresbeginn 2019/2020. Darüber hinaus ist Steinau an das Ulrich-von-Hutten-Gymnasium in Schlüchtern angebunden. Weitere Gymnasien in der Region sind die Friedrich-August-Genth-Schule (Kooperative Gesamtschule) in Wächtersbach, das Grimmelshausen-Gymnasium in Gelnhausen und die Henry-Harnischfeger-Schule (Integrierte Gesamtschule) in Bad Soden-Salmünster. Die Freiwillige Feuerwehr Steinau ist 1919 gegründet worden, 1956 folgte die Jugendfeuerwehr Steinau. Seit dem 17. August 2009 gibt es in Steinau auch eine Kinderfeuerwehr. Im gleichen Jahr erfolgte auch die Einweihung eines neuen Feuerwehrhauses. Heute verfügt die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr über 61 Kameraden und Kameradinnen, hinzu kommt die Jugendfeuerwehr mit 20 Personen. Die Einsatz- und Gefahrenschwerpunkte der Feuerwehr Steinau sind: Industriegebiet, BAB 66 sowie die ehemalige B40, Bahnstrecke Frankfurt – Fulda / KBS615, Enge Altstadtbebauung mit historisch wertvollem Gebäudebestand, GABC. Überregional, für den Main-Kinzig-Kreis ist Steinau der Ausbildungsstandort für: Grundausbildung, Teilkomponente (Dekon) des GABC-Zuges, WLF und Abrollbehälter. Stützpunkt der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk und der THW-Jugend. Steinau liegt an der Deutschen Märchenstraße und an der Deutschen Fachwerkstraße. Naturdenkmal historische Rebstöcke. Steinau beherbergte das Marionettentheater Die Holzköppe. Das bereits 1924 als Wanderbühne gegründete Theater, fand 1955 im Steinauer Marstall ein Domizil, in dem es viele Jahrzehnte, bis 2017 ein reichhaltiges Programm anbot. Seit dem Auszug agiert es wieder als Reisetheater in der gesamten Region. Brüder Grimm-Haus, Gedenkstätte an die Brüder Grimm im ehemaligen Amtshaus, in dem Jacob Grimm und Wilhelm Grimm in ihrer Kindheit von 1791 bis 1796 lebten. Museum Steinau (… das Museum an der Straße) Das Schloss-Museum Geschichtsverein Steinau – Historische Sammlung Privatmuseum für historische Gebrauchsgüter Schloss Steinau geht zurück auf eine mittelalterliche Burg der Grafen von Rieneck. Historischer Stadtkern mit zahlreichen Gässchen und vielen gut erhaltenen Fachwerkbauten. Stadtmauer mit den Wehrtürmen sowie Reste der ehemaligen Landwehr mit vier Warten (Wanderweg): Marborner Warte und Ohlwarte liegen nördlich der Stadt, Bellinger Warte und Seidenröther Warte (Rekonstruktionsbauten) südlich. Amtshaus (erbaut 1562), ehemaliger Verwaltungssitz der hanau-münzenbergischen bzw. hanauischen Amtmänner des Amtes Steinau, heute Brüder-Grimm-Haus Steinau. Katharinenkirche, erbaut im 13. Jahrhundert. Bei archäologischen Grabungen im Innern der Kirche wurden Reste älterer Bauten gefunden, die zeitlich noch weiter zurückreichen. Die Kirche diente auch als Grablege für einige Mitglieder der Familie Grimm. Marstall von 1557/58 und Viehhof mit Gebäuden aus dem 16. und 18. Jahrhundert. Der Marstall diente ab den 1950er Jahren bis 2017 dem Marionettentheater Die Holzköppe als Domizil. Nach einer grundlegenden Sanierung steht im Erdgeschoss ein 140 Quadratmeter großer Mehrzweckraum mit Sandsteingewölbe und im Obergeschoss Arbeitsplätze für die Stadtverwaltung zur Verfügung. Reinhardskirche, evangelischer Barockbau von Christian Ludwig Hermann (1725–1731) Von-Welsberg-Kapelle (auf dem Friedhof, erbaut 1616) Jockes-Markt Katharinenmarkt. Seit der Verleihung des Marktrechtes durch König Rudolf I. im Jahre 1290 wurde am 25. November, dem Fest der Stadtpatronin Katharina von Alexandria, Markt abgehalten. Er diente „den Steinauern dazu, ihre Vorräte für den Winter aufzufüllen“. Jetzt findet er an dem Wochenende um den 3. Sonntag im Oktober statt. Märchen-Sonntag – ein seit dem Jahr 2002 jeweils am ersten Sonntag im August veranstaltetes Märchenfest, bei dem stets ein anderes Märchen der Brüder Grimm im Mittelpunkt steht. Steinauer Puppenspieltage ein seit dem Jahr 1993 jährlich stattfindendes Puppenspiel-Festival Weihnachtsmarkt Kinzigtal total, eine seit dem Jahr 1992 am 2. Septemberwochenende stattfindende Radfahrveranstaltung Freibad, mit Planschbecken für kleine und Sprungturm für große Kinder, zwei Wasserrutschen Tennisplatz zwei Fußballplätze drei Reitanlagen Angelmöglichkeiten Stausee mit Tretbootverleih Erlebnispark Steinau an der Straße Kletterwald Steinau 90-Stufen-Weg oberhalb der Teufelshöhle zum Bergweiher: Naturbelassener kleiner See mit Seerosen, Schilfgras, Libellen und Fröschen Durch die Stadt läuft der Hessischen Radfernweg R3 (Rhein-Main-Kinzig-Radweg). Er führt unter dem Motto Auf den Spuren des Spätlesereiters. entlang von Rhein, Main und Kinzig über Fulda nach Tann in der Rhön. Eine Fülle kürzerer und längerer Wanderwege beziehen die Sehenswürdigkeiten der Region ein, wie die Teufelshöhle, das Panorama und die Auen des Jossgrundes und Weiteres ein. Auch ein Pilgerweg führt durch Steinau. Der Eselsweg ist ein Fernwanderweg mit 111 km Länge und etwa 1.700 Höhenmetern. Die Gesamtwanderdauer wird auf 35 Stunden geschätzt und die Schwierigkeit als mittel eingestuft. Der Weg führt von Schlüchtern im Nordosten, quer durch den Spessart bis nach Großheubach am Main im Südwesten. Er liegt fast ausschließlich im dichten Laubwald, stets in einer Höhe von 400 bis 500 Metern und berührt daher kaum Ortschaften. Ein Fernwanderweg mit Bezug zu Steinau an der Straße ist der „Hessenweg 11“, Brüder-Grimm-Weg. Er beginnt in Hanau, der Geburtsstadt der Brüder Grimm. Ein erstes Ziel ist Gelnhausen, ehe er durch den Büdinger Wald Wächtersbach, weiter Bad Soden und schließlich Steinau an der Straße erreicht, den Ort, in dem sie einen Teil ihrer Jugend verbrachten. Der Weg führt in vielen Etappen nach Gensungen. Ab da geht es in zwei Varianten weiter über Sababurg nach Bad Karlshafen (423 km) bzw. zum Hoher Meißner (497 km), das sind Orte, die mit Märchen der Brüder Grimm in Verbindung gebracht werden. Die Spessartfährten sind 7 bis 16 Kilometer lange Rundwanderwege im Spessart, die sich an den Spessartbogen anlehnen. Eine davon ist die Spessartfährte „Das Steinauer Hochgefühl“. Sie wird als leicht eingestuft und ist 11,3 km lang. Von Fulda kommend, ist nach Schlüchtern auch Steinau an der Straße eine Station am Jakobsweg 16, der über Frankfurt und Mainz nach Trier bzw. Worms führt. Er orientiert sich am Verlauf der alten Handelsstraße, der Via Regia, wo schon im Mittelalter Pilger gegangen sind, um zu den berühmten Wallfahrtsorten Vézelay in Frankreich bzw. Le Puy, dem Ausgangspunkt des französischen Weges nach Santiago de Compostela in Spanien zu gelangen. Der Weg ist durchgängig mit dem europäischen Muschelzeichen (Bild) markiert. Nach Steinau führt er weiter über Bad Soden-Salmünster zur nächsten Station in Wächtersbach. Melchior Kling (1504–1571), Jurist und Rechtswissenschaftler Katharina Juliane von Hanau-Münzenberg (1604–1668), verheiratete Gräfin von Solms-Laubach und Prinzessin von Wied-Runkel Karl Reinhard Müller (1774–1861), Mathematiker und Ehrenbürger Marburgs Johannes Menge (1788–1852), Geologe und Mineraloge, tätig in Australien Heinrich Carl Breidenstein (1796–1876), Komponist und Musikgelehrter Wilhelm Wagner (1843–1880), Altphilologe und Shakespeare-Forscher Friedrich von Bruchhausen (1886–1966), Pharmazeut und Hochschullehrer Ulrich Pothast (* 1939), Philosoph Otto Brunfels (1488 in Mainz–1534), Theologe, Humanist, Botaniker Jacob Grimm (1785–1863), Sprach- und Literaturwissenschaftler Wilhelm Grimm (1786–1859), Sprach- und Literaturwissenschaftler Ludwig Emil Grimm (1790–1863), Maler und Kupferstecher Thomas Adolph (1890–1963), Erfinder des Stanzautomaten Willi Tripp (Wilhelm Heinrich Tripp) (1896 in Essen-1975 in Steinau an der Straße), war seit 1928 in Steinau als Kunstmaler tätig. Sein Werk reicht von figurativen Bildern, über Landschaftsbilder, insbesondere des oberen Kinzigtals, des Bergwinkels und der Rhön, bis zu Blumenstillleben. Karl Magersuppe (1900–1981), Marionettentheaterbesitzer und -spieler, Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Martin Zeiller: Steinau. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Hassiae et Regionum Vicinarum (= Topographia Germaniae. Band 7). 2. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1655, S. 133 (Volltext [Wikisource]). Regenerus Engelhard: Erdbeschreibung der Hessischen Lande Casselischen Antheiles mit Anmerkungen aus der Geschichte und aus Urkunden erläutert. Teil 2, Kassel 1778, ND 2004, S. 800. Peter Gbiorczyk: Zauberglaube und Hexenprozesse in der Grafschaft Hanau-Münzenberg im 16. und 17. Jahrhundert. Shaker. Düren 2021, ISBN 978-3-8440-7902-9 Ernst Hartmann: Geschichte der Stadt und des Amtes Steinau an der Straße. Steinau 1971. Willi Klein: Zur Geschichte des Mühlenwesens im Main-Kinzig-Kreis (= Hanauer Geschichtsblätter.) 40. Hanau 2003, S. 87 ff. Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 374 f. NN: Steinauer Rebstöcke sind jetzt ein Naturdenkmal – Landrat Stolz überreicht die Urkunde: „Ein guter Tag für die Grimm-Stadt, den Geschichtsverein und die Weinbruderschaft“. In: Gelnhäuser Neue Zeitung. 11. April 2019. Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen. Marburg 1926, S. 454. Christine Wittrock: Saubere Geschäfte, weiße Westen und Persilscheine. Die Geschichte der Seifenfabriken in Schlüchtern und Steinau seit 1825. Hanau 2002, ISBN 978-3-928100-90-8. Literatur über Steinau an der Straße nach Register nach GND In: Hessische Bibliographie Offizielle Website der Stadt Steinau an der Straße Steinau an der Straße, Main-Kinzig-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Linkkatalog zum Thema Steinau an der Straße bei curlie.org (ehemals DMOZ) Stadtpläne und Landkarten vom Stadtplandienst helfen Ihnen dabei, sich in Steinau an der Straße zu orientieren. Sie können die Karten im Internet aufrufen und sich interessante Orte von Steinau an der Straße anzeigen lassen, wie z. B. Sehenswürdigkeiten oder auch Tankstellen, Geldautomaten, Imbisse usw. Ausgedruckt können Sie den Stadtplan von Steinau an der Straße auch offline nutzen.

Stadtplan und Landkarte von Steinau an der Straße

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Stadtplan Steinau an der Straße
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Übersichtsplan Steinau an der Straße
Übersichtsplan Steinau an der Straße
Landkarte Steinau an der Straße
Landkarte Steinau an der Straße
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