Reiskirchen

Land:Deutschland
Bundesland:Hessen
Kreis:Landkreis Gießen
Postleitzahl:35447
Vorwahl:06408, 06401
Einwohner:10.784
Webseite:https://www.gemeinde-reiskirchen.de/
Wikipedia:https://de.wikipedia.org/wiki/de:Reiskirchen

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Reiskirchen ist eine Großgemeinde im mittelhessischen Landkreis Gießen. Die Ortschaften Reiskirchen, Bersrod und Burkhardsfelden gehörten zum Busecker Tal. Gießen liegt circa 8 Kilometer westlich von Reiskirchen. Ebenso befindet sich das Naturschutzgebiet Hohe Warte westlich des Ortes. Im Reiskirchener Ortsteil Saasen entspringt die Wieseck, die bei Gießen in die Lahn mündet. Reiskirchen grenzt im Norden an die Gemeinde Rabenau, im Osten an die Stadt Grünberg, im Südosten an die Stadt Laubach, im Süden an die Stadt Lich, sowie im Westen an die Gemeinden Fernwald und Buseck. Im Nordosten zwischen Saasen und Grünberg steht die ehemalige Klosteranlage Wirberg. Bersrod Burkhardsfelden Ettingshausen Hattenrod Lindenstruth Reiskirchen Saasen, mit Bollnbach und Wirberg Winnerod Die älteste sicher zuzuordnende urkundliche Erwähnung als Ricolfiskirchen stammt aus dem Urkundenbuch des Klosters Arnsburg und ist mit 1305 datiert. In späteren Urkunden erscheint der Ortsname als Richolskirchin (1319), Richelskyrchen (14. Jahrhundert) und Ryßkirchen (1501). (Urkundliche Erwähnungen von Richolueschiricha (975) und Richoluiskirchen (1238) beziehen sich wahrscheinlich auf Reiskirchen im Lahn-Dill-Kreis südlich von Wetzlar.) Um 1300 entstand eine neue Kirche, deren Chorturm erhalten geblieben ist. Das heutige Kirchenschiff der Evangelischen Kirche wurde von 1769 bis 1771 im Übergangsstil zwischen Spätbarock und Klassizismus errichtet. Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogtums Hessen berichtet 1830 über das Busecker Tal: sowie über Reiskirchen: Im Reiskirchener Ortsteil Saasen existiert noch immer ein Relikt aus den 1950er Jahren: Eine Gefriergemeinschaft, gegründet, als die Anschaffung von Tiefkühltruhen für Privathaushalte noch zu teuer war. Hessische Gebietsreform (1970–1977) Zum 31. Dezember 1970 fusionierten die bis dahin selbständigen Gemeinden Reiskirchen, Hattenrod, Saasen und Winnerod im Zuge der Gebietsreform in Hessen freiwillig zur neuen Großgemeinde Reiskirchen. Am 1. April 1972 wurde die Gemeinde Burkhardsfelden auf freiwilliger Basis eingegliedert. Am 1. Januar 1977 kamen die Gemeinden Bersrod, Ettingshausen und Lindenstruth durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen hinzu. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Reiskirchen wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher installiert. Der Gemeinde wurde vom Hessischen Minister des Innern am 8. November 1974 die Genehmigung zur Führung des vom Hessischen Staatsarchiv in Darmstadt entwickelten Wappens erteilt, dessen Beschreibung „in einem schwarzen von goldenen Streifen netzartig geteilten Wappenschild eine mit einem roten Kirchturm belegte silberne Spitze“ lautet. Einen Überblick über die Geschichte der Gemeinde Reiskirchen bietet eine Ausstellung im Hirtenhaus, das als Heimatmuseum genutzt und von der Heimatgeschichtlichen Vereinigung Reiskirchen betrieben wird. Die folgende Liste zeigt die Staaten, in denen Reiskirchen lag, sowie deren Verwaltungseinheiten, denen es unterstand: 1325: Heiliges Römisches Reich, in iurisdictione Buchsecke: in villa Reiskirchen 1508 und später: Heiliges Römisches Reich, Gericht Busecker Tal (Ganerbschaft des „Busecker Tals“ der Freiherren zu Buseck; einzelne Güter gehören zur Vogtei Winnerod) vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Gericht Busecker Tal (die gerichtlichen Auseinandersetzungen um die Landeshoheit endeten erst 1726) ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Gericht Busecker Tal 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Oberamt Gießen (ab 1789), Gericht Busecker Tal ab 1806: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Ober-Hessen, Landamt Gießen, Gericht Busecker Tal ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landamt Gießen, Gericht Busecker Tal ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gießen ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg ab 1837: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Gießen ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis ab 1979: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Gießen In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter beziehungsweise Standesherren vorgenommen und somit war für Reiskirchen das „Patrimonialgericht der Freiherren zu Buseck“ in Großen-Buseck zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- beziehungsweise Stadtgerichte übertragen, aber erst ab 1827 wurde die Patrimonialgerichtsbarkeit durch das „Landgericht Gießen“ im Namen der Freiherren ausgeübt. Infolge der Märzrevolution 1848 wurden mit dem „Gesetz über die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren“ vom 15. April 1848 die standesherrlichen Sonderrechte endgültig aufgehoben. Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes am 1. Oktober 1879 wurden die bisherigen Land- und Stadtgerichte im Großherzogtum Hessen aufgehoben und durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt, ebenso verfuhr man mit den als Obergerichten fungierenden Hofgerichten, deren Funktion nun die neu errichteten Landgerichte übernahmen. Die Bezirke des Stadt- und des Landgerichts Gießen wurden zusammengelegt und bildeten nun zusammen mit den vorher zum Landgericht Grünberg gehörigen Orten Allertshausen und Climbach den Bezirk des neu geschaffenen Amtsgerichts Gießen, welches seitdem zum Bezirk des als Obergericht neu errichteten Landgerichts Gießen gehört. Zwischen dem 1. Januar 1977 und 1. August 1979 trug das Gericht den Namen „Amtsgericht Lahn-Gießen“, der mit der Auflösung der Stadt Lahn wieder in „Amtsgericht Gießen“ umbenannt wurde. Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Reiskirchen 10.250 Einwohner. Darunter waren 312 (3,0 %) Ausländer, von denen 115 aus dem EU-Ausland, 114 aus anderen Europäischen Ländern und 83 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 21,3 % einen Migrationshintergrund. Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 7,6 %. Nach dem Lebensalter waren 1.767 Einwohner unter 18 Jahren, 4.239 zwischen 18 und 49, 2.316 zwischen 50 und 64 und 1.929 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 4.305 Haushalten. Davon waren 1.172 Singlehaushalte, 1.360 Paare ohne Kinder und 1.370 Paare mit Kindern, sowie 348 Alleinerziehende und 108 Wohngemeinschaften. Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis, in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen: Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Reiskirchen neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und sieben weitere Beigeordnete angehören. Bürgermeister ist seit dem 15. März 2013 der parteiunabhängige Dietmar Kromm. Sein Amtsvorgänger Holger Sehrt (SPD) hatte während seiner zweiten Amtszeit die vorzeitige Versetzung in den Ruhestand beantragt. Nach der einstimmigen Annahme des Antrags durch die Gemeindevertretung schied Sehrt sofort aus dem Amt. Der Erste Beigeordnete Karl Kräter leitete die Gemeindeverwaltung kommissarisch und die Wahl eines neuen Bürgermeisters musste vorgezogen werden. Dietmar Kromm erhielt am 3. Februar 2013 in einer Stichwahl bei 47,7 Prozent Wahlbeteiligung 73,1 Prozent der Stimmen. Es folgte eine Wiederwahl im November 2018. Amtszeiten der Bürgermeister 2013–2025 Dietmar Kromm 2002–2012 Holger Sehrt (SPD) 1984–2001 Klaus Döring (SPD) Die Gemeinde Reiskirchen pflegt Partnerschaften mit den Gemeinden Goleszów in Polen, der elsässischen Gemeinde Muttersholtz und mit Wandersleben in Thüringen. Einen hohen Bekanntheitsgrad hat das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Reiskirchen unter der musikalischen Leitung von Christoph Aßmann. Der ehemalige Dirigent Otmar Scheld erhielt für seine Verdienste am 23. Dezember 2007 vom damaligen hessischen Innenminister Volker Bouffier das Bundesverdienstkreuz am Bande. Erwähnenswert sind die Sportvereine TSG Reiskirchen, der Tennisverein Reiskirchener TC mit vier Tennisplätzen sowie der Sportplatz Jahnstraße. Der Kegelklub Meteor 85 Reiskirchen spielt mit der 1. Mannschaft in der Kegel-Bundesliga. Das Gemeindegebiet umfasst eine Gesamtfläche von 4499 Hektar, davon entfallen in ha auf: Reiskirchen ist verkehrsgünstig an den Autobahnen 5 und 480 (Reiskirchener Dreieck) und an der Bundesstraße 49 gelegen. Für die B 49 ist eine Ortsumgehung südlich von Reiskirchen geplant. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist die Umgehung in der Kategorie Vordringlicher Bedarf eingeordnet, als Kosten werden ungefähr 12 Millionen Euro angegeben. Am 22. März 2009 haben die wahlberechtigten Bürger Reiskirchens in einem Bürgerentscheid darüber abgestimmt, ob ein Beschluss der Gemeindevertretung für die Südumgehung aufgehoben wird. 66 Prozent der Abstimmenden votierten gegen diesen Vorschlag bei einer Wahlbeteiligung von 56,6 Prozent. Katharine Alexander: Geschichten aus dem alten Reiskirchen. Heimatgeschichtliche Vereinigung, Reiskirchen 1999 Karl Glaser: Zur Geschichte des Klosters Wirberg. In: Einladung zu den am 12., 13., und 14. März stattfindenden Schulfeierlichkeiten in dem Großherzogl. Gymnasium in Gießen. Gießen 1856, S. 3–16 urn:nbn:de:hebis:30-1035522 Gustav Ernst Köhler: Die Geschichte von Reiskirchen. Teil 1. Von den Anfängen bis zum Westfälischen Frieden. Heimatgeschichtliche Vereinigung, Reiskirchen 1993 Gustav Ernst Köhler: Wirberg. Burg, Kloster, Pfarre. Heimatgeschichtliche Vereinigung, Reiskirchen 1998 Reiskirchen. Bilder aus vergangenen Tagen. Geiger, Horb am Neckar 1990, ISBN 3-89264-440-3 (alte Ansichten) Literatur über Reiskirchen nach Register nach GND In: Hessische Bibliographie Suche nach Reiskirchen (Hessen). In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek Gemeindeportait Reiskirchen. In: Webauftritt. Gemeinde Reiskirchen; abgerufen im August 2018 Reiskirchen, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Linkkatalog zum Thema Reiskirchen bei curlie.org (ehemals DMOZ) Anmerkungen Einzelnachweise Stadtpläne und Landkarten vom Stadtplandienst helfen Ihnen dabei, sich in Reiskirchen zu orientieren. Sie können die Karten im Internet aufrufen und sich interessante Orte von Reiskirchen anzeigen lassen, wie z. B. Sehenswürdigkeiten oder auch Tankstellen, Geldautomaten, Imbisse usw. Ausgedruckt können Sie den Stadtplan von Reiskirchen auch offline nutzen.

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