Murau

Land:Österreich
Bundesland:Steiermark
Bezirk:Bezirk Murau
Postleitzahl:8850
Vorwahl:03532
Einwohner:3.714
Webseite:https://www.murau.gv.at/
Wikipedia:https://de.wikipedia.org/wiki/de:Murau

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Murau ist eine Stadt in der Obersteiermark im Bundesland Steiermark in Österreich mit 3448 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2023). Sie ist Verwaltungssitz des Bezirkes Murau. Mit 1. Jänner 2015 wurden im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark die vormals eigenständigen Gemeinden Laßnitz bei Murau, Stolzalpe und Triebendorf eingemeindet. Das Gemeindegebiet umfasst vier Ortschaften und sechs Katastralgemeinden (Einwohner Stand 1. Jänner 2023; Fläche Stand 31. Dezember 2019): Steirisch-Laßnitz (18 Ew.), KG Laßnitz-Lambrecht (1.703,00 ha) und KG Laßnitz-Murau (1.699,01 ha) Murau (3381 Ew., 1.075,13 ha) Sankt Egidi (6 Ew.), KG Egidi (1.152,56 ha) Stolzalpe (41 Ew., 1.185,05 ha) Triebendorf (2 Ew., 851,43 ha) Das Gebiet wurde schon in der Bronze- und Römerzeit besiedelt, erstmals urkundlich erwähnt wurde Murau im Jahr 1250 als Murowe (Bedeutung ‚Aue an der Mur‘), das Stadtrecht wurde im Jahre 1298 verliehen. Auf Grund antiker Entfernungsangaben aus der (diesbezüglich sehr ungenauen) Tabula Peutingeriana wurde im ausklingenden 18. und dem 19. Jahrhundert angenommen, dass Noreia, die Hauptstadt des keltischen Königreichs Noricum, sich bei Murau befunden haben soll. Gefunden wurde diese, trotz immer wiederkehrender Fundmeldungen, bis heute nicht. Ebenso wurde – des Namens wegen – hier die an der Römerstraße Virunum–Iuvavum gelegene Station Immurium vermutet, die wegen moderner Befunde aber bei Moosham im Lungau gesehen wird. Das Gebiet von Murau war vom 13. bis ins 15. Jahrhundert das Zentrum des Herrschaftsgebietes der steirischen Adelsfamilie Liechtenstein. Diese Familie war eine eigenständige Familie, die unabhängig von der gleichnamigen Familie Liechtenstein aus Niederösterreich entstanden war. Der Minnesänger Ulrich von Liechtenstein, der auf der Frauenburg bei Unzmarkt lebte, stammt aus der steirischen Familie. Der Name dieser Familie wird von der Burg Liechtenstein östlich von Judenburg abgeleitet. Verwandtschaftsbeziehungen zwischen beiden Familien sind nicht auf gemeinsame Urahnen, sondern auf einzelne Eheschließungen zurückzuführen. Das Herrschaftsgebiet der steirischen Liechtensteiner reichte von Oberkärnten bis nach Niederösterreich (Kreuzstetten). Das steirische Landgericht der Familie Liechtenstein an der Mur wurde 1256 erstmals in Urkunden erwähnt. Es umfasste das Murtal von der Salzburger Grenze zum Lungau bis nach Teufenbach im Osten. 1574 kaufe Anna Neumann die Herrschaft Murau. 1617 heiratete die 81-jährige Anna Neumann den 31-jährigen Reichsgrafen Georg Ludwig von Schwarzenberg. Seit damals gehört das Schloss den Schwarzenbergs, die bis heute im Schloss ansässig sind. Während des Zweiten Weltkrieges befand sich in Murau ein Gefangenenlager der deutschen Wehrmacht, in dem gegen Kriegsende hauptsächlich britische Kriegsgefangene interniert waren. In den ersten Maitagen des Jahres 1945 befreiten Widerstandsgruppen diese Gefangenen, um den sowjetischen Truppen bei ihrem Einmarsch vorzugaukeln, dass Murau schon von den Briten besetzt sei. Tatsächlich zogen die Sowjets wieder ab und überließen die Stadt den Briten. Die Stadt lag bis zum Jahre 1955 in der britischen Besatzungszone. Die Idee dazu hatte der lokale Heimwehrführer und Gemeinderat Karl Brunner, der kurz zuvor aus seiner Gefängniszelle in Graz freigelassen worden war. Die Bezirkshauptmannschaft Murau wurde in den Jahren 1999 bis 2001 von den Architekten Wolfgang Tschapeller / Friedrich W. Schöffauer auf einem zur Mur abfallenden Hang neu errichtet. Schloss Murau: Renaissanceschloss, mit Rittersaal und umfangreichem Kerker; Rittersaal mit Konzertaufführungen; im Besitz des Hauses Schwarzenberg Katholische Stadtpfarrkirche Murau hl. Matthäus: 1296 eingeweiht von Bischof von Lavant, Frühgotik, Fresken teilweise gut erhalten, österreichweit einzigartiger, seltener Vierungsturm mit sechs Glocken Evangelische Elisabethkirche und Evangelisches Diözesanmuseum in der Steiermark Katholische Pfarrkirche Laßnitz bei Murau hl. Nikolaus Annakirche: Die Annakirche ist die Friedhofskirche der Stadt Murau. Sie wurde um 1400 erbaut und besitzt ein Kreuzrippengewölbe, gotischen Flügelaltar und barocken Hochaltar mit Dreifigurengruppe Anna-Maria-Jesus sowie reichlich Fresken und Glasfensterschmuck. Der Bau steht angeblich auf dem Fundort gestohlener Hostien im Spätmittelalter. Leonhardikirche: Die Leonhardikirche ist Teil der Burganlage Grünfels in Murau und wurde 1439 erstmals erwähnt. Sie ist im sehr schlanken und hohen spätgotischen Stil erbaut und besitzt kunstvolle Schlusssteine. Westlich davon liegt die Heiligengrabkapelle mit der Kreuzigungsgruppe. Der Burgberg Grünfels mit der Leonhardikirche ist ein kunstvoller Kalvarienberg mit allen Kreuzwegstationen. Stadtmauern und Tore sind teilweise erhalten Ehemaliger Galgen: Der ehemalige Galgen neben der Straße nach Ranten, bestehend aus drei Steinsäulen und einer Umfassungsmauer Murauer Handwerksmuseum, im ehemaligen Kapuzinerkloster, Grazerstraße 19 Katholische Filialkirche Egidi hl. Ägydius Mursteg (Architekt: Meili Peter Architekten und Astrid Staufer mit Bauingenieur Jürg Conzett) Sehenswürdigkeiten Regelmäßige Veranstaltungen Shakespeare in Styria: Die Europäischen Shakespeare-Tage waren ein jährlich stattfindendes kulturelles Ereignis, sie wurden von Nick Allen und Rudolph J. Wojta im Jahr 2002 gegründet. „Artistic Director“ war von 2007 bis 2010 Daniel Winder, der im Londoner Iris Theatre Regie führt. Träger des Festivals ist der Verein Shakespeare in Styria. Junge Schauspieler und Studierende aus ganz Europa erarbeiteten originalsprachliche Shakespeare-Inszenierungen, die bis 2011 im Schlosshof gezeigt wurden. Konzerte und Lesungen im Rittersaal begleiten die Aufführungen. Seit 2013 wurde alljährlich in deutscher Sprache im Domenig-Pavillon des Murauer Stadtparks gespielt. Ab Sommer 2016 fand das Festival eine neue Heimat im Benediktinerstift St. Lambrecht, 14 km von Murau entfernt. In Murau selbst finden seither keine Aufführungen mehr statt. Operettenspiele Murau: Die Operettenspiele Murau sind seit 1998 ein fixer Bestandteil des Kulturlebens in Murau. Murauer Theaterrunde: Die Murauer Theaterrunde, seit 2023 Stadttheater Murau, inszeniert jährlich zumindest eine Musikproduktion in ihrer Heimatstadt, das Genre Operette steht dabei im Mittelpunkt. Samsonumzug am 15. August (Mariä Himmelfahrt) Murau ist als Büro-, Schul- und Geschäftsstadt das Zentrum des gleichnamigen Bezirks im oberen Murtal. Daneben spielt für die Stadt der Sommer- und Wintertourismus (Schigebiet am Kreischberg) eine bedeutende Rolle. In Murau erzeugt eine Brauerei das Murauer Bier und Erfrischungsgetränke; einige Holzindustriebetriebe verdanken sich dem Waldreichtum der Gegend. Die Murauer Stadtwerke erzeugen Strom aus Wasserkraft und Biomasse. Tourismusverband: Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Ranten und St. Georgen am Kreischberg den Tourismusverband „Murau-Kreischberg“. Dessen Sitz ist in Murau. Kreischberg und Grebenzen sind die am nächsten zur Stadt gelegenen Schigebiete, die Frauenalpe als ehemaliges Schigebiet wird von Tourengehern noch intensiv genutzt. Eisenbahn: Murau hat einen Bahnhof und ist das betriebliche Zentrum der Murtalbahn. Straßenverkehr: In Murau zweigt die Murauer Straße B 97 nach Predlitz von der Murtal Straße B 96 ab. Wanderwege: Durch Murau verlaufen der Salzsteigweg sowie der Steirische Landesrundwanderweg. Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder. Mit den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, 3 SPÖ, 1 Forum für Murau, 1 FPÖ und 1 Grüne. Seit den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2020 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, 3 SPÖ und 2 Grüne. bis 2008 Herbert Bacher (ÖVP) seit 2008 Thomas Kalcher (ÖVP) seit ? Italien Fagagna in Friaul-Julisch Venetien, Italien 1852: Ferdinand von Scherer, Bezirksarzt und Ratsherr 1852: Georg Lenk, Bezirkshauptmann 1894: Karl Wurmb (1850–1907), Erbauer der Murtalbahn 1924: Carl Gasteiger, Bürgermeister von Murau 1907–1910, 1913–1919 1930: Wilhelm Klonfero, Baumeister 1933: Bernhard Fest (1865–1936), Bezirkstierarzt 1933: Johann Pauli, Dechant, Stadtpfarrer von Murau 1912–1939 1933: Hans Richter, Vizebürgermeister 1937: Jakob Kitzmüller, Bürgermeister von Murau 1924–1937 1937: Matthias Schwaiger, Leiter des städtischen Versorgungsheimes 1947: Konrad Schuchnigg, Vizebürgermeister 1955: Friedrich Pechmann, Bürgermeister von Murau 1937–1938, 1945–1946, 1947–1955 1960: Karl Brunner (1889–1964), Politiker der ÖVP, Abgeordneter zum Nationalrat 1945–1953, Landesrat 1953–1961, Präsident des Steiermärkischen Landtages 1961–1964 1960: Heinrich Schwarzenberg, Schlossherr von Obermurau 1963: Josef Krainer (1903–1971), Landeshauptmann der Steiermark 1948–1971 1967: Ernst Gasteiger (1901–1970), Apotheker 1975: Anton Schwaiger, Bürgermeister von Murau 1955–1973 1975: Franz Wegart (1918–2009), Landesrat 1975: Anton Peltzmann (1920–2000), Landesrat 1978: Karel Schwarzenberg (1937–2023), tschechisch-schweizerischer Politiker, tschechischer Außenminister, Schlossherr von Obermurau (nach Gemeinderatsbeschluss vom 19. April 1978) 1978: Friedrich Niederl (1920–2012), Landeshauptmann der Steiermark 1971–1980 1983: Josef Krainer (1930–2016), Landeshauptmann der Steiermark 1980–1996 1989: Ehrenfried Illitsch (1925–2021), Bürgermeister von Murau 1973–1990 2003: Alfred Kalcher (1936–2017), Bürgermeister von Murau 1990–2003 Mathias Edlinger († 1645), Steinmetz und Bildhauer in Wiener Neustadt und im Kaisersteinbruch am Leithaberg Johann Baptist von Winklern (1768–1841), Theologe und Historiker Johann Gualbert Raffalt (1836–1865), Maler Anton Steyrer (1873–1943), Internist und Hochschullehrer Fritz Haas (1890–1968), Kraftwerkbauer Hugo Gasteiger (1899–1978), Ophthalmologe in Dresden und Berlin Artur Hartlieb-Wallthor (1927–2020), Unternehmer Willi Egger (1932–2008), Skispringer, Nordischer Kombinierer Hans Scherz (1937–2019), Autor, Ernährungsberater und Gesundheitstrainer Brunner & Brunner Karl (* 1955) und Johann (* 1958), Schlager-Duo Michaela Rösler (* 1961), Politikerin (SPÖ) Klaus Ofner (* 1968), Nordischer Kombinierer Gottfried Hubmann (* 1969), Musiker und Musikpädagoge Manuela Khom (* 1963), Politikerin (ÖVP), Präsidentin des Landtages Steiermark Ulrich von Liechtenstein (um 1200–1275), Minnesänger und Dichter Anna Neumann von Wasserleonburg (1535–1623), Herrin von Murau (Protagonistin eines Romanes von Maria Steurer) Ignaz Raffalt (1800–1857), Maler des Biedermeiers Nicholas Allen (* 1947), Regisseur und Gründer von Shakespeare in Styria Christoph Sumann (* 1976), Biathlon-Sportler Martin Fritz (* 1994), Nordischer Kombinierer Martin Zeiller: Muerau. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Provinciarum Austriacarum. Austria, Styria, Carinthia, Carniolia, Tyrolis … (= Topographia Germaniae. Band 10). 3. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1679, S. 45 (Volltext [Wikisource]). Martin Zeiller: Muerau (Anhang). In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Provinciarum Austriacarum. Austria, Styria, Carinthia, Carniolia, Tyrolis … (= Topographia Germaniae. Band 10). 3. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1679, S. 31 (Volltext [Wikisource]). Walter Brunner: Murau. Eine Stadt stellt ihre Geschichte vor. Anläßlich der 700. Wiederkehr der Stadtrechtsverleihung. Band 1: Von den Anfängen bis 1850. Eigenverlag der Stadtgemeinde Murau, Murau 1998. Wolfgang Wieland: Murau. Eine Stadt stellt ihre Geschichte vor. Anläßlich der 700. Wiederkehr der Stadtrechtsverleihung. Band 2: Von 1850 bis zur Gegenwart. Eigenverlag der Stadtgemeinde Murau, Murau 1998. Wolfgang Wieland: Pioniere – Idealisten – Weltmeister. 100 Jahre Schisport in Murau. Eigenverlag des Wintersportvereines Erste Murau, Murau 1993; ISBN 3-9500244-0-9. Wolfgang Wieland: Schloß Murau. Schwarzenbergische Archive, Murau 1994. Wolfgang Wieland: Anna Neumanin von Wasserleonburg. Die Herrin von Murau. 2. Auflage. Eigenverlag, Murau 1999; ISBN 3-9501004-0-7. 61438 – Murau. Gemeindedaten der Statistik Austria murau.gv.at Webpräsenz der Stadtgemeinde Murau Stadtpläne und Landkarten vom Stadtplandienst helfen Ihnen dabei, sich in Murau zu orientieren. Sie können die Karten im Internet aufrufen und sich interessante Orte von Murau anzeigen lassen, wie z. B. Sehenswürdigkeiten oder auch Tankstellen, Geldautomaten, Imbisse usw. Ausgedruckt können Sie den Stadtplan von Murau auch offline nutzen.

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Stadtplan Murau
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Übersichtsplan Murau
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Landkarte Murau
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