Gehrden

Land:Deutschland
Bundesland:Niedersachsen
Kreis:Region Hannover
Postleitzahl:30989
Vorwahl:05108, 05137, 05109
Einwohner:15.985
Webseite:https://www.gehrden.de/
Wikipedia:https://de.wikipedia.org/wiki/de:Gehrden

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Gehrden ist eine Kleinstadt in der niedersächsischen Region Hannover. Die Stadt Gehrden befindet sich im Calenberger Land. Westlich der Kernstadt liegt der Gehrdener Berg, dessen höchste Erhebung der Burgberg mit einer Höhe von 158 m ü. NHN ist. Die höchste Erhebung ist der östlich der Gehrdener Ortsteile Everloh und Northen gelegene Benther Berg bei der Ortschaft Benthe (Stadt Ronnenberg) mit 179 m ü. NHN. Die Stadt selbst liegt auf einer Höhe von 70–90 m ü. NHN. In unmittelbarer Nähe liegt der Höhenzug Deister, der ein beliebtes Naherholungsgebiet ist. Die Stadt Gehrden besteht aus folgenden Stadtteilen: Im Gebiet der heutigen Stadt Gehrden herrschten durch die Lage innerhalb der Calenberger Lößbörde mit fruchtbaren Böden günstige Siedlungsbedingungen. Bronzezeitliche Siedlungsspuren entdeckten Archäologen im Jahre 2014 bei der Erschließung des Neubaugebietes Großes Neddernholz rund einen Kilometer östlich des Ortszentrums. Anhand von Bodenverfärbungen waren Pfostengruben von kleinen Speicherbauten und einem annähernd 30 Meter langem Langhaus zu erkennen. Es fanden sich auch Siedlungsgruben mit Resten von Keramikgefäßen und Tierknochen sowie Feuerstellen. Obwohl die Funde zunächst keine genaue Datierung zuließen, wird angenommen, dass die Siedlung vor etwa 3000 Jahren bestand. Auf die Anwesenheit römischen Militärs zur Zeit um Christi Geburt deutet der Schatzfund von Gehrden mit 30 römischen Silbermünzen am Hang des Suerser Berges. Auf dem Burgberg befand sich der Ringwall auf dem Gehrdener Berg, dessen Entstehungs- und Nutzungszeit im Zeitraum zwischen Christi Geburt und dem Frühmittelalter vermutet wird. Etwa vom 3. bis 7. Jahrhundert bestand die Germanische Siedlung Gehrden, die bei Ausgrabungen in einem Gewerbegebiet etwa 1,3 km nördlich vom Ortszentrum entdeckt wurde. Aufgrund der reichhaltigen Funde gehen Archäologen davon aus, dass hier Angehörige einer germanischen Elite gelebt und den in West-Ost-Richtung vorbeiführenden Hellweg kontrolliert haben. Am Hang des Burgberges fanden sich die merowingerzeitlichen Bestattungen von Gehrden aus der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts. Der Ortsname Gehrden lautet in alten Urkunden „Gerdinum“, später „Gerdene“, „Gherden“, „Gherdene“, „Gerde“ und „Herden“. Er wird auf das Wort „gerd“ zurückgeführt, das vom altsächsischen Wort „gard“ für Garten abgeleitet ist und ursprünglich umhegte Malstatt bedeutete. Hinzu tritt das altfränkische Wort inun bzw. ene für Wohnung. Dementsprechend wird Gehrden als „Siedlung bei der Malstatt“ (Gerichtsstätte) gedeutet. Auf die Malstatt weisen, abgesehen von dem noch 1353 bestätigten Gericht und der „Dingbuche“ (1359), noch heute unterschiedliche Flurnamen hin, wie der „hillige Kamp“, „achter dem Recht“ und „Wulfwinkel“. In einer Urkunde vom 28. Januar 1298 verlieh Graf Adolf VI. von Schauenburg und Holstein als Oberherr seinem Flecken Gehrden (oppidum nostrum) ein Immunitäts-Privilegium. Darin erklärte er den Ort für frei und erteilte insbesondere Sicherheit und Freiheit allen, die darin wohnten und wohnen wollten. Adolf VI. gab zugleich seinen hier wohnenden Leibeigenen die Freiheit, indem er ihnen die Schatzungen erließ und sich selbst nur seine vogteilichen Rechte vorbehielt. Der Ort erhielt einen Markt, das Braurecht, eigene Gerichtsbarkeit und das Befestigungsrecht. Zuvor war schon um 1250 die Margarethenkirche entstanden. In einer späteren Urkunde vom 29. September 1332 bezeichnet Adolf VII. Gehrden als Weichbild und beschreibt dessen Vogtei-, Feld- und Weiderechte. Gehrden war im Mittelalter durch einen umlaufenden Zaun befestigt, der zu einer Wallhecke mit Graben und Wall ausgebaut wurde. Zur Befestigung gehörten das Spehrtor, das Suerser Tor und das Nedderntor als Stadttore, die bis ins 19. Jahrhundert bestanden. Außerdem gab es im Vorfeld drei Landwehren. Dass im Ortskern bereits im 12. Jahrhundert kontinuierlich gesiedelt wurde, ergaben stadtarchäologischen Untersuchungen im Jahr 2016. Bei den Ausgrabungen auf einem zur Neubebauung vorgesehenen Grundstück wurden mittelalterliche Siedlungsspuren festgestellt. Dazu zählten Reste eines Befestigungswalls, ein unterkellertes Haus und fünf Brunnen mit zum Teil dendrochronologisch datierbaren Holzresten. Eine gefundene Ritterfigur aus Ton wird in das 14. Jahrhundert datiert und als Kinderspielzeug angesehen. Im Jahr 2020 fanden sich bei Sanierungsarbeiten auf dem Marktplatz neben der Margarethenkirche und dem Haus Steinweg 25 weitere archäologische Reste. Dabei handelte es sich um einen in Sandstein gefassten Brunnen aus der Zeit des 17. bis 19. Jahrhunderts, Knochenreste von 31 bestatteten Menschen auf dem Kirchhof der Margarethenkirche und Fundamentreste eines frühneuzeitlichen Gebäudes. Es könnte sich um das in den 1970er Jahren abgerissene Haus Schaumann oder dessen Vorgängenbau handeln. Laut der die Ausgrabungen leitenden Archäologin Ute Bartelt war der Marktplatz früher bedeutend kleiner als heute. In den Jahren 1467, 1562, 1568, 1628 und 1669 wurde die Gemeinde infolge mehrerer Fehden und Feuersbrünste verwüstet. Im Jahr 1689 hatte Gehrden 591 Einwohner, von denen 93 als Gesinde arbeiteten und 41 als Häuslinge zur Miete wohnten. Es gab 101 Höfe, darunter sieben Vollmeier, 16 Halbmeier und 47 Kötner. Die meisten Kötner als Kleinbauern betrieben zusätzlich ein Handwerk. Gehrden besaß seit 1298 das Braurecht, gegen das die hannoversche Brauergilde aus Monopolgründen einen Prozess anstrengte und 1694 verlor. Die Brauberechtigten erbauten ein Brauhaus, in dem sie abwechselnd brauten. 1665 wurde es wegen eines Brandes neu erbaut. Heute befindet sich darin das Stadtmuseum Gehrden. Seit 1666 belieferte das kleine Gewässer des Brauereiteichs das Brauhaus mit Wasser, was zunächst in einem offenen Graben und später durch Holzrohre erfolgte. 1776 gab es 102 Brauberechtigte im Ort. Während des Siebenjährigen Krieges besetzten 1757 französische Truppen nach der Schlacht bei Hastenbeck das nahe liegende Hannover. In der Folge bekam Gehrden eine Einquartierung von 2200 französischen Soldaten. In den Jahren 1803–1807 belasteten während der Franzosenzeit französische und russische Einquartierungen den Ort. Im 19. Jahrhundert gehörte Gehrden zum 1817 entstandenen Amt Wennigsen. Nachdem dies 1885 im neu gebildeten Landkreis Linden aufging, gehörte auch Gehrden zu dem Landkreis. Nach dessen Auflösung 1932 kam der Ort zum Landkreis Hannover. Im Jahr 1929 bekam Gehrden die Stadtrechte zugesprochen nachdem es seit 1298 Flecken war. Zu diesem Zeitpunkt lebten ca. 2500 Einwohner in Gehrden. Während des Zweiten Weltkriegs nahm der Ort ausgebombte Bewohner aus den Städten auf. Am 9. März 1944 stürzte nach einem Tiefflug über den Stadtrand von Gehrden ein amerikanischer Bomber vom Typ B-24 „Liberator“ auf einem Feld in Richtung Ditterke ab, der in das Flakfeuer der Batterie Mühlenberg geraten war. Die Besatzung rettete sich mit dem Fallschirm. Beim Kriegsende kurz vor der Befreiung Gehrdens durch Truppen der US-Armee im Frühjahr 1945 tötete der NSDAP-Kreisleiter Heinz Deinert gemeinsam mit einem Offizier der Waffen-SS den französisch-jüdischen Zwangsarbeiter Felix Pichet. Am 9. April 1945 durchquerten US-amerikanische Truppen Gehrden. Obwohl zwei Panzersperren errichtet wurde, kam es nicht zur Verteidigung des Ortes. Von Mai 1945 bis November 1946 war Gehrden Garnison einer britischen Einheit mit 1000 Soldaten, wozu die Bewohner aus über 50 Wohnhäusern umquartiert wurden. 1949 waren rund 1000 Kriegsflüchtlinge in Gehrden untergebracht. Ab 1967 gehörte Gehrden zum Großraum Hannover. 1971 schloss sich die Stadt Gehrden mit den umliegenden Gemeinden Ditterke, Everloh, Lemmie, Lenthe, Leveste, Northen und Redderse durch das am 20. April 1971 vom Niedersächsischen Landtag verabschiedete „Gehrden-Gesetz“ zu einer Einheitsgemeinde zusammen. Im Jahr 1975 wurde im Ortszentrum eine Fußgängerzone eingerichtet, um den Durchgangsverkehr aus den engen Hauptstraßen zu nehmen und um eine ruhige Zone zum Verweilen und Einkaufen zu schaffen. Dabei wurde auch der Marktplatz neu gestaltet. Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte Gehrden zum Regierungsbezirk Hannover, der wie die übrigen niedersächsischen Regierungsbezirke aufgelöst wurde. Erste Juden wurden in Gehrden zu Beginn des 18. Jahrhunderts ansässig. Es entstand die Synagogengemeinde Gehrden, zu der auch die Ortschaften Groß Goltern, Hohenbostel, Landringhausen, Ronnenberg, Winninghausen sowie seit 1871 Empelde und Holtensen gehörten. Von den früheren jüdischen Bewohnern zeugt der Jüdische Friedhof Gehrden am Gehrdener Berg mit 73 Grabsteinen, der von 1752 bis 1935 belegt wurde. An der Stelle der früheren Synagoge im Ort, die 1979 zugunsten eines Neubaus abgebrochen wurde, befindet sich heute eine Gedenktafel. Am 1. August 1971 erfolgte der freiwillige Gemeindezusammenschluss mit den umliegenden Landgemeinden Ditterke, Everloh, Lemmie, Lenthe, Leveste, Northen und Redderse zur Großgemeinde Gehrden. 1 131 Feuerstellen 2 in 137 Häusern 3 Volkszählungsergebnis (mit den 1971 eingemeindeten Orten = 9.983 Einw.) 4 Volkszählungsergebnis (mit den 1971 eingemeindeten Orten = 12.324 Einw.) 5 jeweils zum 31. Dezember Im Jahr 2017 waren 39,4 % (2014: 41,1 %) der Einwohner evangelisch-lutherisch und 12,1 % (2014: 11,11 %) römisch-katholisch. 48,2 % (2014: 46,5 %) gehörten anderen Konfessionen oder Religionsgemeinschaften an oder waren konfessionslos. Im Jahr 2019 waren 37,6 % (Juni 2018: 39,3 %) der Einwohner evangelisch, 11,9 % (2018: 12,0 %) katholisch und 50,5 % (2018: 48,7 %) gehörten keiner dieser beiden christlichen Konfessionen an. Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem weiter gesunken und die Personen, die keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft angehören, machen mit 55,0 % (Stand 31. Dezember 2022) eine absolute Mehrheit der Bevölkerung aus. In Gehrden gibt es ein Jugendparlament. Der Rat der Stadt Gehrden setzt sich aus 9 Ratsfrauen und 19 Ratsherren zusammen. Stimm- und sitzberechtigt im Rat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister. Ratsvorsitzender ist Heinrich Möller (CDU). Die letzte Kommunalwahl am 12. September 2021 ergab das folgende Ergebnis: Der hauptamtliche Bürgermeister der Stadt Gehrden ist Malte Losert (Parteilos). Er setzte sich in einer Stichwahl am 9. Oktober 2022 gegen den bisherigen Amtsinhaber Cord Mittendorf (SPD) durch. Stellvertretende Bürgermeister sind in folgender Reihenfolge Heinrich Meinecke (CDU), Henning Harter (SPD) und Gisela Wicke (Grüne). Die Bürgermeister sind seit 1573 überliefert. Die Stadtteile der Stadt Gehrden werden durch insgesamt 47 Ratsmitglieder in sieben Ortsräten vertreten. Seit 2021 verteilen diese sich wie folgt: a Bürgerliste Ditterke, b Freie Wähler, c Wählergemeinschaft für Lemmie, d Redderser Wählergemeinschaft Der Entwurf des Kommunalwappens von Gehrden stammt von dem Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht, der zahlreiche Wappen in der Region Hannover entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde am 26. April 1961 durch den Regierungspräsidenten in Hannover erteilt. Die am 1. August durch Gesetz neugebildete Stadt Gehrden hat das Wappen der bisherigen Stadt Gehrden übernommen, das vom Landkreis Hannover am 22. Februar 1984 genehmigt wurde. Kirchen Die seit der Reformation evangelisch-lutherische Margarethenkirche an der Kirchstraße ist die historische Dorfkirche von Gehrden. Ihr Turm mit dem charakteristischen Treppengiebel stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert und findet sich seit über 500 Jahren im Stadtsiegel, sowie heute im Wappen der Stadt. Das Kirchenschiff wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut. Ihre Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Ronnenberg im Sprengel Hannover. Hierzu gehören auch der Kindergarten Nedderntor sowie die Kapellen in den Stadtteilen Ditterke, Lemmie (Lemmier Kapelle) und Redderse (Kapelle Redderse). Die 1911 im neubarocken Stil erbaute katholische St.-Bonifatius-Kirche befindet sich an der Gartenstraße. Sie wurde 1981 erweitert und enthält eine 1992 erbaute Orgel. Ihre Pfarrgemeinde, die auch die katholischen Kirchen in Barsinghausen und Wennigsen umfasst, gehört zum Dekanat Hannover. Die neuapostolische Gemeinde Gehrden wurde aufgegeben; sie gehörte zum Kirchenbezirk Hannover-Mitte. In ihrem 1969 errichteten Kirchengebäude in der Großen Bergstraße 40 fand 2011 der letzte Gottesdienst statt. Nach dem Abriss 2012 wurde auf dem Grundstück ein Mehrfamilienhaus errichtet. Die nächstgelegene neuapostolische Kirche befindet sich heute im acht Kilometer entfernten Hannover-Badenstedt. Weitere Bauwerke Die Struckmeyersche Mühle wurde 1878 als Holländerwindmühle auf dem Köthnerberg errichtet, ihr Vorgänger war eine 1729 errichtete Bockwindmühle. Die historische Tripsche Parkanlage mit Ausblick über das Calenberger Land in Richtung Deister ließ der hannoversche Gartenbaudirektor Julius Trip 1898 fertigstellen. Die Parkanlage wurde 1991 wieder instand gesetzt. In den Park war das 1898 fertiggestellte und 1959 abgerissene Berggasthaus Niedersachsen eingebettet. Der Burgbergturm wurde 1897/1898 auf dem Gehrdener Berg inmitten des Ringwalls auf dem Gehrdener Berg errichtet. Er ist rund 21 m hoch, seine Aussichtsplattform liegt 176,69 m ü. NHN. Der Turm wurde 1985 von der Stadt Gehrden restauriert und als Aussichtsturm freigegeben. Das Rittergut Franzburg war ein um 1650 entstandenes Rittergut, dessen Herrenhaus 1967 abgerissen wurde. An Baulichkeiten sind nur noch Teile der Gutshofmauer und der Torbauten vorhanden. Der frühere Gutspark ist heute als Ottomar-von-Reden-Park öffentlich zugänglich und stellt ein Kulturdenkmal dar. Darüber hinaus existieren in den einzelnen Stadtteilen noch unterschiedliche Rittergüter, wie das Rittergut Lemmie, das Rittergut Erichshof sowie das Unter- und das Obergut in Lenthe. Der 1586 erstmals urkundlich erwähnte Ratskeller Gehrden ist nach der Margarethenkirche aus dem 13. Jahrhundert das zweitälteste Bauwerk der Stadt. Das historische Brauhaus wurde nach einem Brand 1665 wieder errichtet und beherbergt seit 1975 das Stadtmuseum Gehrden. Das Türmchen ist ein 1910 erweitertes Spritzenhaus der Feuerwehr, dass seit 1976 als Gaststätte dient. Der Bahnhof Gehrden wurde um 1898 als Zentrale für Straßenbahnverkehr errichtet. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Gastronomiebetrieb. Mit dem Jüdischen Friedhof Gehrden befindet sich ein von 1752 bis 1935 belegter jüdischer Friedhof im Stadtgebiet. Das Waldschlösschen war eine um 1898 errichtete Ausflugsgaststätte am Köthnerberg, die Ende der 1970er Jahre abgerissen wurde. Auf dem Gehrdener Berg befindet sich die Waldbühne, die als Veranstaltungsort für Kulturveranstaltungen und Konzerte genutzt wird. Das Hischen Hus ist ein 1825 errichtetes Hallenhaus, das nach dem langjährigen Gehrdener Bürgermeister Heinrich Hische (1883–1965) benannt ist und heute gastronomisch genutzt wird. Seit dem Jahr 2000 besitzt Gehrden mit Gehrda ein Stadtmaskottchen, das Werbeträger und Markenzeichen ist. Als zwei Meter hohe Plüschfigur in leuchtend oranger Farbe stellt Gehrda eine Turmfledermaus dar. Symbolisch ist sie im Kirchturm der Margarethenkirche als dem ältesten Gebäude des Ortes beheimatet, in dem Fledermäuse leben. Im Kostüm von Gehrda steckt eine Person, die stets stumm bleibt. Sie kann nur durch freundliche und ausladende Gestik auf sich aufmerksam machen. Bei öffentlichen Veranstaltungen in der Stadt erscheint Gehrda und ist vor allem bei Kindern beliebt. Das Maskottchen findet sich auch auf Souvenirs, die die Stadt anbietet. Die Schützengesellschaft „Ottomar von Reden“ Gehrden wurde 1894 gegründet. Die Ortsgruppe der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) wurde 1906 als erste politische Partei in Gehrden gegründet. Im Ort besteht die 1946 vom Heimatforscher August Kageler gegründete Gruppe Gehrden im Heimatbund Niedersachsen, die sich mit Denkmalpflege, Archäologie sowie Natur- und Landschaftsschutz und Archivwesen befasst. Der Verein publiziert die sogenannten „Gelben Hefte Gehrden“ zur Ortsgeschichte, von denen bisher fast 70 Ausgaben erschienen sind. Im Jahre 1992 wurde der Kunstverein Gehrden auf Initiative von kunstinteressierten Gehrdener Bürgern mit dem Ziel gegründet, zeitgenössische Kunst und Künstler zu fördern. Es finden jährliche Kunstausstellungen statt. Der Kunstverein hat seinen Sitz im Rathaus von Gehrden. Der Mehrgenerationen-Treff Gehrden (MGT) bietet seit 2021 einen Treffpunkt für Bürger aller Generationen und führt in seinen Räumlichkeiten im Stadtzentrum Veranstaltungen, Vorträge, Konzerte und Ausstellungen durch. In Gehrden werden jährlich ein Weihnachtsmarkt, ein Stadtfest und das Musikfest Fête de la Musique vom Verein Gehrden feiert Feste veranstaltet. Zu Ostern wird das traditionelle Osterfeuer auf dem Gelände der Feuerwehr begangen. Am Vorabend des 1. Mai findet traditionell eine öffentliche Feier in Andenken an den in Gehrden verstorbenen Komponisten Justus Wilhelm Lyra statt, der 1842 das Gedicht Der Mai ist gekommen vertont hatte. Am Deutschen Mühlentag gibt es regelmäßig eine Veranstaltung an der Struckmeyerschen Mühle. Seit 2009 findet monatlich die Konzertreihe Weltklassik am Klavier statt, bei der bekannte Pianisten auftreten. Einmal im Jahr richtet der Mehrgenerationen-Treff Gehrden (MGT) das Fest der Kulturen auf dem Marktplatz aus, um den kulturellen Austausch zu fördern. Mit dem jährlich stattfindenden Burgberglauf gibt es einen Volkslauf in Gehrden. Im Jahr 1900 wurde der Sportverein Gehrden gegründet, der mit 2500 Mitgliedern (Stand 2011) der größte Gehrdener Verein ist und dessen Fußballmannschaft im Burgbergstadion beheimatet ist. 2011 wurde der 1. Golfclub Gehrden gegründet, der das Ziel verfolgt, einen Golfplatz in Gehrden zu errichten. Mit 250 Mitgliedern (Stand 2014) zählt der Verein zu den größeren der Stadt. Im Ortskern befindet sich das Delfi-Bad, ein kombiniertes Hallen- und Freibad. Von 1872 bis in die 1970er Jahre verarbeitete die Ziegelei Seemann die Ton- und Lehmvorkommen des Gehrdener Berges. Die Zuckerfabrik Neuwerk war von 1857 bis 1930 in Betrieb. Auf dem Gelände wurde später die „Vorwerk“-Teppichfabrik errichtet, die im Jahr 1985 nach Hameln verlegt und später abgerissen wurde. Durch den Bau der Versorgungsleitung der Harzwasserwerke nach Bremen wurde Gehrden im Jahr 1934 mit einer zentralen Wasserversorgung versehen. In Gehrden bestehen mehrere landwirtschaftliche Betriebe, die Feldfrüchte sowie Obst anbauen. Darüber hinaus sind einzelne mittelständische Unternehmen ansässig. Das Klinikum Robert Koch in Gehrden wurde 1964 eröffnet. Es gibt acht städtische Kindertagesstätten und eine kirchliche mit insgesamt 78 Krippenplätzen, 421 Kindergartenplätzen und 60 Hortplätzen. In der Kernstadt gibt es die Grundschule Am Castrum mit rund 300 Schülern sowie die Grundschule Am Langen Feld mit rund 170 Schülern. Nahe dem Gehrdener Hallen- und Freibad befindet sich ab dem Schuljahr 2011/2012 die Oberschule Gehrden mit gymnasialem Schulzweig bis Klasse 10 (Sekundarstufe I). Am Osthang des Burgbergs liegt das Matthias-Claudius-Gymnasium mit gymnasialer Oberstufe und ca. 900 Schülern. Der Zweckverband Volkshochschule Calenberger Land ist eine Weiterbildungseinrichtung der Städte Barsinghausen, Gehrden, Ronnenberg, Seelze, Springe sowie der Gemeinde Wennigsen und betreibt in Gehrden in der ehemaligen „Roten Schule“ eine Geschäftsstelle mit Bildungsangeboten. Die Calenberger Musikschule hat ihren Sitz in Gehrden im Gebäude der Oberschule Gehrden und unterrichtet rund 1000 Schüler aus Gehrden, Ronnenberg und Barsinghausen. Die Jugendpflege Gehrden bietet im Jugend-Pavillon Kindern und Jugendlichen Aktions- und Betreuungsprogramme an. Die Stadtbibliothek bietet Leseangebote für Jugendliche und Erwachsene. Der mittelalterliche Hellweg von Minden nach Hildesheim führte durch das Stadtgebiet von Gehrden. Heute durchquert die Bundesstraße 65 das Stadtgebiet im Norden von Ost nach West, dabei führt die Straße durch die Orte Everloh und Ditterke. Wenige Kilometer östlich des Stadtgebiets führt die Bundesstraße B 217 vorbei. 1898 eröffnete die Straßenbahn Hannover AG (ab 1921: ÜSTRA) die Straßenbahnlinie 10 von Hannover nach Gehrden – ab 1899 auch bis Barsinghausen. In dem Zuge entstanden im Ortszentrum der Bahnhof Gehrden und das Bahnhofsrestaurant Gehrden. Der Bau der Straßenbahn hatte einen wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge, da dadurch auch elektrischer Strom im Ort vorhanden war. Die Straßenbahn beförderte neben Passagieren auch Steinkohle, Gemüse und andere Güter aus Barsinghausen sowie Zucker aus der Zuckerfabrik Neuwerk nach Hannover. Die Personenbeförderung auf dem Streckenabschnitt nach Barsinghausen wurde am 27. Juli 1952 eingestellt, die Güterbeförderung am 30. November 1953. Am 3. Juli 1961 wurde auch die Strecke von Hannover nach Gehrden stillgelegt und durch Busverbindungen ersetzt. (siehe auch: Geschichte der Straßenbahn in Hannover) Heute ist Gehrden mit Hannover durch eine Buslinie zum ZOB Hannover verbunden. Weitere lokale Buslinien führen von Gehrden ins Umland. Vom Bahnhof Lemmie ist Gehrden durch die S-Bahn Hannover an Hannover angebunden. Verschiedene Medien berichten über lokale Geschehnisse in Gehrden: Calenberger Zeitung Calenberger Online News Burgbergblick Im Zuge der Energiewende ist bis zum Jahr 2037 für den Stromnetzausbau die Verlegung von drei Stromtrassen vorgesehen, die das Gehrdener Gebiet als Erdkabel durchqueren. Östlich der Kernstadt soll der Suedlink verlaufen und westlich des Gehrdener Berges sind die parallel laufenden Trassen des Ost-West-Links (DC 40) und des Nord-West-Links (DC 41) geplant. Im Jahr 2024 wurde bekannt, dass im Näherungsbereich der beiden Trassen DC 40 und DC 41 auf etwa 40 Hektar Fläche ein Gleichstromdrehkreuz, sogenannter Multiterminal-Hub, mit bis zu 30 Meter hohen Bauten entstehen könnte. Gegen den Bau der Anlage innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes gründete sich eine Bürgerinitiative. Sie führte im Jahr 2024 mit fast 1500 Teilnehmern eine Menschenkette durch, mit der eine etwa 40 Hektar große Fläche im Bereich des möglichen Standortes umschlossen wurde. August Kageler (1877–1965), Lehrer, Autor und Heimatforscher Ottomar von Reden (1888–1959), Bürgermeister Heinrich Hische (1883–1965), Bürgermeister Helmut Oberheide, Bürgermeister Heinrich Berkefeld, Bürgermeister Ernst Mittendorf, Ratsmitglied, Kreistags- und Regionsversammlungsmitglied Friedrich Ulrich von Knigge (1618–1683), kaiserlicher Obrist, geboren in Leveste Werner von Siemens (1816–1892), Erfinder, Begründer der Elektrotechnik und Industrieller Hans-Joachim Frey (* 1965), Theaterintendant Astrid Schneider (* 1965), Architektin und Politikerin Anja Jensen (* 1966), Künstlerin André Buron (* 1967), Journalist Almut van Niekerk (* 1967), evangelische Theologin Tim Pritlove (* 1967), Eventmanager, Medienkünstler und Mitglied des Chaos Computer Club Stefka Ammon (* 1970), bildende Künstlerin Wolfgang Kreißig (* 1970), Hochspringer Klaus Wannemacher (* 1972), Germanist, Theologe und Hochschullehrer Jan Philip Lange (* 1974), Filmproduzent Christian Haacke (* 1976), Radiomoderator Saskia Richter (1978–2015), Politikwissenschaftlerin Christian Pampel (* 1979), Volleyball-Nationalspieler Nils Pfingsten-Reddig (* 1982), Fußballspieler Helge Schwarzer (* 1985), Leichtathlet, Hürdenläufer Julian Pahlke (* 1991), Seenotretter und Politiker (Grüne) Sabrina Hering-Pradler (* 1992), Kanutin, Weltmeisterin, Silbermedaillen-Gewinnerin bei Olympia Kristin Demann (* 1993), Fußballspielerin Hendrik Weydandt (* 1995), Fußballspieler Till Hermann (* 1996), Handballspieler Niklas Teichgräber (* 1996), Fußballspieler Jamie-Lee Kriewitz (* 1998), Popsängerin Grant-Leon Ranos (* 2003), armenisch-deutscher Fußballspieler Justus Wilhelm Lyra (1822–1882), Pastor und Komponist, in Gehrden verstorben Rudolf Hase (1888–1967), Physiker und Lokalpolitiker (NSDAP), in Gehrden verstorben Hasso von Wedel (1898–1961), Offizier und Leiter der Wehrmachtpropaganda, in Gehrden verstorben Werner Osenberg (1900–1974), Materialwissenschaftler, wohnte seit den 1950er Jahren in Gehrden Werner Lueg (1931–2014), Leichtathlet, Olympiasieger 1952, in Gehrden verstorben Maria Schrader (* 1965), Schauspielerin und Regisseurin, besuchte das Matthias-Claudius-Gymnasium in Gehrden Marc Bator (* 1972), Nachrichtensprecher (ARD-Tagesschau und Sat.1), besuchte das Matthias-Claudius-Gymnasium Gehrden Sebastian Schunke (* 1973), Latin-Jazz-Pianist, Komponist und Jurist, verbrachte seine Kindheit in Gehrden Grischa Niermann (* 1975), Radrennfahrer, wohnt in Gehrden August Kageler: Gehrden. Entwicklung und Schicksale einer Calenbergischen Kleinstadt. Gehrden 1950. Werner Fuetterer: Gehrden – Vom Flecken zur Großgemeinde. Gehrden, 1. Auflage 1976, 2. Auflage 1991. Martina Grohmann: Gehrden – Aspekte der Ortsgeschichte. Gehrden 1994. Gerold Steinhorst: Gehrdener Straßennamen. Gehrden 1998. Auswahl historischer Ansichtskarten und ergänzt durch Zusatzinformationen Stadtpläne und Landkarten vom Stadtplandienst helfen Ihnen dabei, sich in Gehrden zu orientieren. Sie können die Karten im Internet aufrufen und sich interessante Orte von Gehrden anzeigen lassen, wie z. B. Sehenswürdigkeiten oder auch Tankstellen, Geldautomaten, Imbisse usw. Ausgedruckt können Sie den Stadtplan von Gehrden auch offline nutzen.

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Stadtplan Gehrden
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Übersichtsplan Gehrden
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Landkarte Gehrden
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