Altenkunstadt

Land:Deutschland
Bundesland:Bayern
Kreis:Landkreis Lichtenfels
Postleitzahl:96264
Vorwahl:09572
Einwohner:5.609
Webseite:https://www.altenkunstadt.de/
Wikipedia:https://de.wikipedia.org/wiki/de:Altenkunstadt

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Altenkunstadt ist eine Gemeinde am Obermain im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels. Altenkunstadt liegt am Fuß des Kordigasts in der Region Oberfranken-West auf der linken Seite des Mains, etwa 17 km östlich von Lichtenfels und etwa 40 km nordöstlich von Bamberg. Auf der gegenüberliegenden nördlichen Seite des Flusses befindet sich die Nachbarstadt Burgkunstadt. Südlich schließt sich die Stadt Weismain an, westlich benachbart sind die Gemeinde Hochstadt am Main und die Stadt Lichtenfels. Durch das Gemeindegebiet fließen Würnitz und Weismain und münden dort in den Main. Es gibt 16 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Es gibt die Gemarkungen Altenkunstadt, Baiersdorf, Burkheim, Maineck, Pfaffendorf, Prügel, Röhrig, Spiesberg, Strössendorf, Tauschendorf, Woffendorf und Zeublitz. Maineck liegt vier Kilometer östlich von Altenkunstadt entfernt direkt am Main. Die Geschichte von Altenkunstadt ist eng mit der Geschichte der Stadt Burgkunstadt verbunden. Unklar ist, ob sich die Nennung von „Kunestat“ im 9. Jahrhundert auf Burgkunstadt oder Altenkunstadt bezieht. Die katholische Kirche von Altenkunstadt wird zu den Urpfarreien Oberfrankens gezählt. Dessen Gründung erfolgte wohl kurz nach 800, und zwar in einem vorkarolingischen, das heißt auch wohl vorchristlichen Friedhof und gehört somit zum ältesten Siedlungsbereich Altenkunstadts. Die erste Siedlung Altenkunstadts ist am Fuße des Hügels, auf dem sich die Kirche befindet, zu vermuten. Die Bevölkerung war lange Zeit slawisch. Erst allmählich drangen die Franken in diesen Siedlungsraum ein. Erstmals erwähnt wurde der Ort als „Alten-Kunstadt“ im Jahr 1248. Die Kirche aus dem Jahre 1537 hatte drei Vorgängerbauten. Lange Zeit war sie Wehrkirche; sie besaß einen Mauerring, der in Kriegszeiten zum Schutz und zur Verteidigung der Bevölkerung diente. Diese Mauer ist zum Teil noch erhalten. Mit ihrem Kilians-Patrozinium gehörte die Kirche zunächst zum Bistum Würzburg. 1336 wurde sie dem Kloster Langheim inkorporiert und besitzt seither das Marien-Patrozinium. Die Oberhoheit lag nun beim Bischof von Bamberg. Bis zur Säkularisation 1803 kamen die Altenkunstädter Pfarrer aus dem Kloster Langheim, dem der Ort unterstand. Neben der Kirche befand sich jahrhundertelang das Haus des Messners (früher Kirchner). Dort stand auch die älteste Schule des Ortes, die vermutlich schon mit der Gründung der Kirche entstanden war. Da der Pfarrer wegen der ursprünglichen Größe seines Pfarrsprengels (ca. 800 Quadratkilometer) nicht selbst unterrichten konnte, musste der Kirchner das Amt des Lehrers ausüben. Die älteste Nachricht darüber stammt aus dem Jahre 1458, von 1517 ist eine Gebührenordnung der Schule erhalten. Im Wesentlichen diente die Schule in den Anfängen zur Ausbildung der Jungen im Ministrantendienst und im Chorgesang, nach Einführung der allgemeinen Schulpflicht im Jahre 1802 wurde in diesem Gebäude die Volksschule eingerichtet. 1854 wurde das Haus abgerissen und die Schule in das heutige Rathaus verlegt. Altenkunstadt gehörte jahrhundertelang zum Hochstift Bamberg und ab 1500 auch zum Fränkischen Reichskreis. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Im Zuge dieser Gemeindereform kamen Woffendorf und Baiersdorf zur Gemeinde Altenkunstadt hinzu. Die Industrialisierung begann Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Ort war seit langem eine große Zahl jüdischer Familien ansässig. Mitte des 19. Jahrhunderts bildeten diese fast die Hälfte der Einwohnerschaft. Entsprechend groß war der Friedhof, den sich die jüdische Gemeinden in Burgkunstadt anlegten und der über 2000 Grabsteine enthält. Die Synagoge aus dem Jahr 1726, wahrscheinlich beim Novemberpogrom 1938 geplündert, wurde nach einer mehrjährigen Nutzung als Lagerraum für das Wasserwerk der Gemeinde 1989 bis 1993 umfassend restauriert und als Museum und Begegnungsstätte eingerichtet. Auf der ehemaligen Frauenempore erinnert eine Dauerausstellung an die Geschichte der Juden im oberen Maintal. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 ein Teil der bis dahin selbständigen Gemeinde Pfaffendorf eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Zeublitz hinzu. Maineck folgte am 1. Januar 1974. Strössendorf wurde am 1. Januar 1975 eingemeindet. Mit der Eingliederung Burkheims wurde am 1. Januar 1977 die Reihe der Eingemeindungen abgeschlossen. Eine ursprünglich vom Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß geplante Zusammenlegung von Altenkunstadt mit Burgkunstadt konnte – nach Berichten von Beteiligten – durch direkte Intervention des Bürgermeisters Fred Hermannsdörfer beim Innenminister Bruno Merk verhindert werden. Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 4836 auf 5383 um 547 Einwohner bzw. um 11,3 %, das ist der höchste prozentuale Zuwachs im Landkreis im genannten Zeitraum. Am 31. Dezember 2002 hatte Altenkunstadt 5669 Einwohner. Von den 5618 Einwohnern am 31. Dezember 2014 (mit Zweitwohnsitzen) waren 3327 katholisch, 1550 evangelisch und 741 anderen Glaubens oder konfessionslos. Es bestehen zwei Kirchengemeinden: die katholische Kirchengemeinde Bei unserer lieben Frau mit der Pfarrkirche Mariä Geburt, die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Strössendorf/Altenkunstadt, mit zwei Predigtstätten in Strössendorf und Altenkunstadt. Das 2011 im Pfarrhaus der katholischen Kirchengemeinde eingerichtete Franziskanerkloster wurde im Jahresverlauf 2024 wieder aufgelöst. Nach den Kommunalwahlen 2014 und 2020 setzte sich der Gemeinderat wie folgt zusammen: Außerdem gehört der Erste Bürgermeister dem Gemeinderat an. Erster Bürgermeister ist Robert Hümmer (CSU). Er wurde bei der Kommunalwahl nach einer Stichwahl am 30. März 2014 bei einer Wahlbeteiligung von 68,02 % mit 51,92 % der gültigen Stimmen gewählt und 2020 mit 51,3 % der Stimmen im Amt bestätigt. Seine Amtsvorgänger waren: Georg Vornbrunn (Junge Wähler Union, 1996–2014), Eugen Braun (CSU, 1987–1996), Alfred („Fred“) Hermannsdörfer (SPD, 1972–1987), Namenspatron der Bürgermeister-Hermannsdörfer-Straße Georg Böhmer (SPD, 1946–1972), Namenspatron der Bürgermeister-Böhmer-Straße Bruno Döring (1945–1946) Andreas Leikeim (1933-1945) Das Amt wurde bis 1965 ehrenamtlich ausgeübt und ist seit 1965 ein Hauptamt, aufgrund der damals steigenden Einwohnerzahlen. Frankreich Frankreich: Seit 2006 unterhält die Gemeinde mit der Nachbarstadt Weismain eine Städtepartnerschaft mit der französischen Gemeinde Quéven in der Bretagne. In Altenkunstadt wird als Tageszeitung das Obermain-Tagblatt vertrieben, mit regionalen Informationen. Des Weiteren gibt die Gemeinde Altenkunstadt monatlich ein Amtsblatt heraus, das auf der Website der Gemeinde abrufbar ist. Der Pfarrhof wurde 1784 im fränkischen Barock errichtet. Der zweiläufige Treppenaufgang ist zeittypisch verziert. Der Scheitelstein im Türsturz verweist darauf, dass Pfarrer Erasmus Zillig das Gebäude aufführen ließ. Der Seitenflügel des Pfarrhofes entstand 1802/03. Seine Fundamente ruhen zum Teil auf der alten Umfassungsmauer des Kirchenareals. Bis 1854 war der Pfarrhof mit dem gegenüberliegenden Kirchnerhaus mit einem Torbogen verbunden, der den Kirchenbezirk abschloss. Die katholische Kirche aus dem Jahre 1537, Rathaus (Altenkunstadt), 1826 errichtet und seit 1945 im Besitz der Gemeinde Altenkunstadt, Schiffthaler Hof, ca. 1750, zunächst im Besitz des Klosters Langheim, nach mehreren Eigentümerwechseln seit 1887 im Eigentum der Brauerei Leikeim, ehemaliges Kloster der Augsburger Franziskanerinnen vom Heiligen Stern, seit 1890 mit Kinderheim (bis 1965), der Konvent wurde 1972 aufgelöst. Die Neumühle in der Langheimer Straße mit dem charakteristischen Mühlrad, die ehemalige Badmühle in der Theodor-Heuss-Straße an der Weismain, Gebäude von 1709, erstmalig erwähnt 1390. Historisch herausragende Gebäude sind seit den 1990er Jahren mit Informationstafeln zur Geschichte und Bedeutung versehen. Der Musikverein Altenkunstadt e. V. wurde im Jahr 1970 gegründet und hat ca. 25 aktive Mitglieder, teilweise mit jahrzehntelangem Engagement. Die Gemeinde Altenkunstadt unterhält gemeinsam mit der benachbarten Gemeinde Weismain eine Musikschule. Der Kulturverein Altenkunstadt organisiert im Auftrag der Gemeinde verschiedene künstlerische Angebote, von Ausstellungen über Autorenlesungen bis hin zu Kleinkunst. Zu den herausragenden musikalischen Angeboten gehört die 1991 durch Bürgermeister Eugen Braun begründete jährliche Matinee am 3. Adventssonntag, zu der Künstlerinnen und Künstler des Landestheaters Coburg musikalische Darbietungen aus Oper, Operette und Musical sowie moderne Tanzperformance aufführen. Pandemiebedingt fiel sie 2020 und 2021 aus, wurde aber 2022 wieder aufgenommen und fand 2023 zum dreissigsten Mal statt. Die Kordigast-Halle am Schulzentrum sowie der Gastronomiebetrieb Nepomuk werden für kulturelle Angebote genutzt. Fußballverein Altenkunstadt 1919 e. V. Turnverein 1899 Altenkunstadt e. V. Radfahrverein Concordia Altenkunstadt e. V. Tischtennisverein 45 Altenkunstadt e. V. 1. Fußballclub Baiersdorf e. V. In der Gemeinde obliegt der Einsatz bei Brand- und Katastrophenfällen der Stützpunktfeuerwehr Altenkunstadt mit den dazugehörenden Ortsteilfeuerwehren. Die Freiwillige Feuerwehr besteht seit mehr als 150 Jahren (gegründet 1871). Für die Versorgung Erkrankter und Verletzter ist die Rettungswache im benachbarten Weismain zuständig. Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 578 und im Bereich Handel und Verkehr 1648 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2282. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es drei, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 76 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1273 Hektar. Davon waren 875 Hektar Ackerfläche und 394 Hektar Dauergrünfläche. Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 4.067.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 1.416.000 Euro. Bekannte Unternehmen sind der Plüschtierhersteller NICI, die Brauerei Leikeim sowie der Baur Versand (Otto-Gruppe Hamburg) mit den Tochterunternehmen BFS Baur Fulfillment Services GmbH und 2. Hermes TranStore Service GmbH. Auch die BMF – Besteck- und Metallwaren GmbH hat ihren Sitz in Altenkunstadt. In Altenkunstadt gibt es drei Kindertagesstätten, eine Grundschule und eine Mittelschule. Neben der Erschließung verschiedener Neubaugebiete hat die Gemeinde Altenkunstadt in den letzten Jahren zwei größere Bauentwicklungsvorhaben durchgeführt: 2020-2023 Die Gestaltung der Neuen Mitte und die Umgestaltung der früheren Baur-Einkaufswelt in ein Nahversorgungszentrum mit Supermarkt, Lebensmittel-Discounter, Bekleidungs- und Schuheinzelhandel sowie Drogeriemarkt. Wolfgang Mack (1808–1883), deutscher Chirurg und Stifter Jacob Hirsch (1874–1955), deutsch-schweizerischer Numismatiker, Archäologe und Kunsthändler Alfred Nikolaus Witt (1914–1999), Orthopäde und Chirurg, Hochschullehrer in Berlin und München Josef Seiz (1934–2010), deutscher Tischtennisspieler Josef Motschmann (1952–2016), Pastoralreferent, Heimatforscher und oberfränkischer Mundartdichter, 2004 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, 2005 Empfänger des Frankenwürfel für sein dichterisches Werk, 2012 zum Ehrenbürger von Altenkunstadt ernannt Martin Hügerich (1936-2023), zweifacher Paralympics-Sieger im Tischtennis Johann Leikeim, (1880? – 1912?) Metzgermeister und Brauereigründer Franz-Joseph Ahles (1870-1939), als Sänger vom Kordigast bekannter Dichter von Heimatliedern und Literatur Otto Schuhmann (* 1944), SPD-Politiker und Landtagsabgeordneter, seit 2011 in Altenkunstadt wohnhaft, seit 2016 Ehrenbürger der Gemeinde Ellen Braun (* 1966), Wirtschaftswissenschaftlerin Martin Rehm (* 1985), deutscher Fotograf Niklas Dorsch (* 1998), Profifussball-Spieler, aus dem 1. FC. Baiersdorf hervorgegangen Die Bevölkerung von Altenkunstadt wird auch „Altenkuschter Hefeklöß“ oder „Hiefnklüeß“ genannt – eine Anspielung auf die Neigung, am Ort zu bleiben und nicht fortzuziehen bzw. im Wirtshaus sitzen zu bleiben, statt nach Hause zu gehen. Einer Legende zufolge hat ein Ehemann seine Ehefrau mit dieser Bezeichnung gefoppt, die beim Backen den Zusatz von Hefe vergaß. 1200 Jahre Altenkunstadt. Gemeinde Altenkunstadt, Altenkunstadt 2006. Johann Kaspar Bundschuh: Altenkunstadt. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 56 (Digitalisat). Gerhard Hofmann mit Eugen Braun: Gemeinde Altenkunstadt im Wandel der Zeit. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1990. Josef Motschmann: Altenkunstadt – Heimat zwischen Kordigast und Main. Gemeinde Altenkunstadt, Altenkunstadt 2006. Erich Andreas Reinlein, Beiträge zur Schulgeschichte von Altenkunstadt 1945-1965, Geiger-Verlag Horb am Neckar 1992. Johann Baptist Müller: Altenkunstadt – Burgkunstadt – ein Beitrag zur Siedlungs- und Burgengeschichte des Raumes um den Kordigast. Bayreuth 1978. Pleikard Joseph Stumpf: Altenkunstadt. In: Bayern. Ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches. Zweiter Theil. München 1853, OCLC 643829991, S. 650 (Digitalisat). Homepage Altenkunstadt: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik (PDF; 1,04 MB) Stadtpläne und Landkarten vom Stadtplandienst helfen Ihnen dabei, sich in Altenkunstadt zu orientieren. Sie können die Karten im Internet aufrufen und sich interessante Orte von Altenkunstadt anzeigen lassen, wie z. B. Sehenswürdigkeiten oder auch Tankstellen, Geldautomaten, Imbisse usw. Ausgedruckt können Sie den Stadtplan von Altenkunstadt auch offline nutzen.

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